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Weltbevölkerung weiter gestiegen

06.01.2009  10:46 Uhr

Weltbevölkerung weiter gestiegen

PZ / Am Neujahrstag 2009 lebten rund 6,75 Milliarden Menschen auf der Erde. An diesem Tag waren es hochgerechnet genau 6.751.643.600, wie die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover mitteilte.

 

Damit sei die Bevölkerung im Jahr 2008 um nahezu 82 Millionen Menschen angewachsen, was fast ausschließlich auf den Anstieg der Bevölkerungszahl in den Entwicklungsländern zurückgeht. Besonders rasant nehme die Bevölkerungszahl in den ärmsten Länder der Welt zu, wo Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln hätten und ungewollt schwanger würden.

 

Das Bevölkerungswachstum erhöhe in den Entwicklungsländern den Druck auf die Ressourcen und belaste die Bildungs- und Gesundheitssysteme zusätzlich. Schon heute seien dort die Lebensbedingungen prekär. Während die Lebenserwartung für ein Neugeborenes in Deutschland inzwischen 79 Jahre betrage, seien es in Afrika nur 54 Jahre. 82 von 1000 Säuglingen stürben dort bei der Geburt, in Deutschland seien es vier. Auch die Müttersterblichkeit unterscheidet sich weltweit stark. Eine von 26 Frauen komme in Afrika bei der Geburt eines Kindes ums Leben, in Deutschland treffe dieses Schicksal eine von 19.200 Frauen. »Wenn wir Armut an ihrer Wurzel bekämpfen wollen, müssen wir Frauen helfen, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden«, sagte die DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. »Deshalb müssen die Investitionen in Aufklärung und Verhütung dringend erhöht werden.«

 

Weltweit leiden etwa 860 Millionen Menschen an Unterernährung. 830 Millionen von ihnen leben in Entwicklungsländern. Gerade dort wird die Bevölkerung dramatisch wachsen - bis zur Mitte des Jahrhunderts um voraussichtlich 2,6 Milliarden Menschen, meldet die DSW. Und mit der Bevölkerung wächst die Zahl der Hungernden. Nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation (FAO) kommen weltweit jährlich vier Millionen hinzu. Das Millennium-Entwicklungsziel, die Zahl der an Hunger Leidenden bis zum Jahr 2015 zu halbieren, scheint somit unerreichbar.

 

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass sich der Bedarf an Nahrungsmitteln bis 2030 verdoppeln wird, wobei etwa ein Fünftel dieses Anstiegs auf das Bevölkerungswachstum zurückgeht. Ein Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist in den meisten Teilen der Welt nicht mehr möglich. Besonders gravierend ist die fortschreitende Landknappheit in Afrika, der Region mit dem prozentual stärksten Bevölkerungswachstum: Bis 2050 werden hier eine Milliarde mehr Menschen leben als heute.

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