| Johanna Hauser |
| 15.05.2026 09:00 Uhr |
Auf Ebene der Sexualhormone begünstigt ein Überschuss an Testosteron, aber auch an DHEA und Androstendion Hirsutismus, Akne und Alopezie. Oft ist bei gestörter Follikelreifung auch das Anti-Müller-Hormon (AMH) erhöht. Dieses stimuliert die Freisetzung des Gonadotropin Releasing Hormons (GnRH) und erhöht dessen Amplitude sowie Frequenz, was wiederum gesteigerte Pulse des Luteinisierenden Hormons nach sich zieht.
85 Prozent der Patientinnen leiden zudem unter einer Insulinresistenz mit nachfolgender Hyperinsulinämie. Dies betrifft auch etwa 75 Prozent der schlanken PMOS-Patientinnen. Die Insulinresistenz trägt wiederum zu einem Androgenüberschuss bei, indem die ovarielle Androgenproduktion stimuliert wird. Gleichzeitig wird die Synthese des Sexualhormon-bindenden Globulins vermindert, sodass die Spiegel des freien Testosterons steigen. Der Androgenüberschuss treibt im Zusammenspiel mit niedriggradigen Entzündungen und gestörter Signalübertragung von Adipokinen wie Leptin und Adiponectin die Stoffwechselstörung weiter an.
Die Therapie richtet sich laut der im vergangenen Jahr erschienenen nationalen Leitlinie nach den Symptomen. Die Grundlage bilden Lebensstiländerungen, eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität. Die Pharmakotherapie erfolgt in der Regel im Off-Label-Use.