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Gewitterasthma
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Atemnot als Unwetterfolge

Heuschnupfen-Geplagte atmen oft auf, wenn Regen während der Allergiesaison die Luft »reinwäscht«. Kommt es allerdings bei hoher Pollenbelastung zu einem Gewitter, können sich Symptome einer Atemwegsallergie massiv verschlimmern – auch bei Menschen, die zuvor beschwerdefrei waren.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 25.06.2026  07:00 Uhr
Gräser- und andere Pollen sowie Schimmelpilzsporen

Gräser- und andere Pollen sowie Schimmelpilzsporen

Allergene, die TSA verursachen können, sind laut Thien und Kollegen Pollen von Gräsern, Kräutern und Bäumen, aber auch Schimmelpilzsporen. Besonders problematisch scheint in diesem Zusammenhang das Weidelgras zu sein (Lolium perenne): Es wächst üppig nördlich von Melbourne und war der Auslöser des großen TSA-Ereignisses im Jahr 2016; in der Region sind mehr als 20 Prozent der Bevölkerung gegen L. perenne allergisch.

Mit bislang erst 36 dokumentierten Vorkommen weltweit sei TSA ein seltenes Phänomen, schreiben die Autoren. Es werde aber zunehmend anerkannt, dass es häufiger vorkomme als gedacht. Ob es infolge des Klimawandels künftig mehr TSA-Episoden geben werde, sei momentan schwierig zu beurteilen.

Einerseits habe sich infolge der Erwärmung die Vegetationsperiode ausgedehnt: Kräuter und Bäume blühten früher und länger, zudem sei die Pollenbelastung höher. In Deutschland betrifft das unter anderem die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die besonders allergen ist. Andererseits verändere sich durch die höheren Temperaturen und die größere Trockenheit das Artenspektrum bei den Gräsern: In den gemäßigten Zonen würden sogenannte C3-Gräser weniger und C4-Gräser nähmen zu.

Die Unterscheidung bezieht sich auf die Art und Weise, wie die Photosynthese in der Pflanze abläuft. Bei C3-Pflanzen besteht das erste stabile Zwischenprodukt im Calvin-Zyklus aus drei Kohlenstoffatomen, bei C4-Pflanzen aus vier. In gemäßigten Klimazonen dominieren C3-Pflanzen, deren Photosynthese bei niedrigeren Temperaturen und schlechteren Lichtverhältnissen effizienter abläuft als die von C4-Pflanzen. Dagegen kommen Letztere mit heißen und trockenen Bedingungen besser zurecht.

Möglicherweise sinkt die Gefahr für TSA-Episoden, wenn sich C4-Pflanzen auf Kosten von C3-Pflanzen ausbreiten; so sind beispielsweise sowohl L. perenne als auch A. artemisiifolia C3-Pflanzen. Allerdings tragen auch weitere Faktoren zum allgemeinen Risiko für TSA bei, etwa die Häufigkeit von Extremwetter-Ereignissen.

Um künftige TSA-Ereignisse zu vermeiden, empfehlen die Autoren um Thien Frühwarnsysteme, die Informationen zur aktuellen Pollenbelastung mit meteorologischen Daten kombinieren. Zudem müsse die Bevölkerung besser aufgeklärt werden. Nicht zuletzt gelte es, die Risikofaktoren noch besser zu verstehen, die bestimmte Personen für TSA besonders empfindlich machen.

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