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Alkoholabhängigkeit
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Arzneimittel im Entzug und danach

Menschen mit Alkoholabhängigkeit brauchen eine Therapie. Der Entzug ist nur der erste Schritt. Mindestens ebenso wichtig ist die Rückfallprophylaxe. Welche Medikamente werden eingesetzt?
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 24.07.2020  08:00 Uhr

Rolle der Apotheker

Der Psychiater verwies auf die besondere Verantwortung der Apotheker bei der Beratung von Alkoholkranken nach einem Entzug. »Viele Patienten beschreiben, dass schon der Geschmack von Alkohol, zum Beispiel in einer Mundspüllösung, einem Medikament oder einer Weinsauce, ein Trigger für einen Rückfall war.« Der Suchtexperte empfahl, Betroffene auf den Alkoholgehalt von Arzneimitteln hinzuweisen. Dann könnten sie selbst entscheiden, ob sie dieses oder ein alkoholfreies Präparat nehmen möchten.

Apotheker sollten zudem hellhörig werden, wenn jemand häufiger alkoholhaltige Präparate kauft, zum Beispiel Melissengeist. »Fragen Sie den Kunden, wofür er dieses Mittel nimmt und bieten Sie Unterstützung an«, riet der Suchtexperte. Eventuell gebe es Alternativen für eine behandlungsbedürftige Störung wie Unruhezustände oder Schlafprobleme. Der Apotheker als Arzneimittelfachmann könne zudem im Gespräch die Grenzen der Selbstmedikation ausloten.

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