Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

#1KindProApotheke
-
Apothekerin verändert Leben in Ghana

Britta Klüber kann nicht anders. Sie muss helfen und sich engagieren – hinterm HV-Tisch, als Apotheken-Coachin und als Podcasterin für Gesundheitsthemen. Vor Kurzem hat sie ihre eigene Charity-Aktion ins Leben gerufen und setzt sich nun auch für bessere Bildungschancen in Afrika ein. Im Gespräch mit der PZ erzählt sie von ihrem Projekt.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 24.06.2026  07:00 Uhr

Eine Reise hat ihr Leben verändert. Als Britta Klüber 2024 mit ihrem Mann Bernd nach Afrika reiste, ahnte sie noch nicht, dass dort ein Herzensprojekt seinen Anfang nehmen sollte. Die Armut der Kinder in Chorkor, ein Küstendorf in der Metropolregion um Ghanas Hauptstadt Accra, hat sie nicht mehr losgelassen. Dort gebe es kein fließend Wasser, die Luft sei schlecht, weil die Menschen ihren Müll selbst verbrennen müssten, und die meisten lebten vom Fischfang, berichtet die Apothekerin und Kommunikationstrainerin im Gespräch mit der PZ.

Klar war für das Ehepaar sofort, dass sie helfen wollten – nachhaltig. Sie wollten Chancen geben und Leben verändern. Und da jeder Schulabschluss eine bessere Zukunft für die Kinder und für die Gemeinschaft vor Ort ermöglicht, stand für die beiden außer Frage, die Bildung der Kleinen zu fördern. Auch weil ihnen während der Reise aufgefallen war, wie glücklich die Kinder waren, wenn sie in der örtlichen Schule »Primary Day School« etwas lernen konnten. 

Teamgeist stärken

Nach der Rückkehr nach Deutschland setzten die Klübers ihr Vorhaben so schnell wie möglich in die Tat um und gründeten die Charity-Aktion »#1KindProApotheke«, vor Ort unterstützt sie die Hilfsorganisation »BASICS International«, was für Brothers and Sisters in Communities Serving steht. Seitdem werben die beiden sowohl in Apotheken als auch in Unternehmen dafür, ein Schulkind mit 750 Euro pro Jahr zu unterstützen – bestenfalls bis zur sechsten Klasse. Wer mitmacht, kann trotzdem jedes Jahr neu entscheiden, ob er seine Patenschaft für ein weiteres Schuljahr fortführen möchte.

Inzwischen haben sie 17 Kinder vermittelt, zwölf davon an Apothekenteams. Und natürlich macht auch die Pelikan-Apotheke in Kaarst mit, in der Klüber angestellt ist. »Meine Kolleginnen und Kollegen musste ich nicht lange überzeugen«, berichtet sie. Sie hätten sich gleich von ihrer Begeisterung für das Projekt anstecken lassen. »Auch für das Team ist die Patenschaft eine tolle Erfahrung – gemeinsam Gutes zu tun, verbindet«, betonte sie. Eine Urkunde sowie ein Aufkleber am HV-Tisch sind Zeichen des Engagements.

Neben Schulmaterial, Schuluniform und Ranzen reicht die Summe auch für eine warme Mahlzeit am Tag, medizinische Unterstützung sowie psychosoziale Begleitung und Schutz. Viele der Kinder leben laut Klüber nicht bei ihren Eltern. Weil die Familien sich zu viel Nachwuchs oft nicht leisten könnten, sei er auf die Gemeinschaft verteilt.

Perspektiven geben

Neben Wissen bringt die Schule für die Kleinen auch neue Blickwinkel auf die Welt. Und vor allem Hoffnung, einmal ein ganz anderes Leben zu führen, als sie es bis dato kennen. »Die meisten träumen davon, Arzt, Lehrer oder Pilot zu werden«, so Klüber. Beim ihrem letzten Besuch hat die Apothekerin dann von ihrer Arbeit in der Offizin erzählt – und vielleicht ändert sich ja der ein oder andere Berufswunsch noch. »Es geht darum, ihnen neue Wege und Perspektiven aufzuzeigen«, sagt sie.

Einige der jungen Menschen möchten später studieren. Auch für ihren weiteren Bildungsweg sind Patenschaften willkommen – die jährlichen Kosten liegen dann zwischen 1400 und 2400 Euro. Wer mehr über sein Paten-Mädchen oder Paten-Jungen wissen möchte, bekommt auf Wunsch Briefe, Fotos und Updates aus Chorkor.

Die Klübers sind regelmäßig vor Ort und bringen mit, was gerade gebraucht wird – von Zahnpasta, über Bastelmaterial bis hin zu Unterhosen. Auch Verbandmaterial hatte die Apothekerin zuletzt im Gepäck.

Weitere Informationen zum Projekt »#1KindProApotheke« gibt es hier. Die Arbeit vor Ort lässt sich auch persönlich erleben. Neben dem Patenschaftsprogramm ist es für Interessierte ebenfalls möglich, sich weitere Projekte anzuschauen, wie etwa den Bau öffentlicher Toiletten, Brunnen oder die Beach-Cleaning-Aktionen.

Mehr von Avoxa