Wenn Anne Cremer nicht gerade für ihren Leistungssport trainiert, steht sie in der Victoria Apotheke in Kreuzau hinterm HV-Tisch. / © Anne Cremer
Ein Start beim Ironman auf Hawaii ist wohl für die meisten Langdistanz-Triathletinnen und -Triathleten auf der ganzen Welt ein Traum. Der Wettkampf in Kailua-Kona ist die Zieletappe eines harten Trainings.
Im Oktober 2026 haben sich rund 2800 Menschen dieser Herausforderung gestellt, darunter etwa 250 Deutsche, darunter 64 Frauen. Eine von ihnen war die Apothekerin Anne Cremer aus dem nordrhein-westfälischen Kreuzau. Für sie war der Ironman Hawaii ein außergewöhnliches Erlebnis. Sie bezeichnete ihre Teilnahme gegenüber der PZ als »Once-in-a-Lifetime Experience«, die sie nicht missen möchte.
Die schöne Kulisse Hawaiis darf jedoch nicht über die enormen Herausforderungen hinwegtäuschen, die der Kurs vor Ort bereithält. Starke Gegen- und Seitenwinde drohen die Sportlerinnen und Sportler einfach vom Rad zu wehen. Das Schwimmen im offenen Pazifik – häufig mit hohem Wellengang – sowie die tropische Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit bringen selbst erfahrene Athleten und Athletinnen an ihre Grenzen. Auch der Marathon auf dem scheinbar endlosen Highway verlangt den Teilnehmenden alles ab.
Schon im Vorjahr hatte Cremer sich für den Wettbewerb qualifiziert, musste ihren Start jedoch kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Doch diesmal hat alles gepasst. Am 10. Oktober absolvierte sie die Distanzen von 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und den abschließenden Marathon mit mehr als 42 Kilometern. Trotz »leerer Beine«, wie sie berichtete, war sie am Ende erfolgreich und überquerte die Ziellinie mit einer Zeit von 12 Stunden. Das liegt ihren Angaben zufolge zwar zwei Stunden über der persönlichen Bestzeit, ist angesichts der schwierigen Verhältnisse auf Hawaii aber nicht ungewöhnlich.
Der Wettkampf begann für die Apothekerin um 6 Uhr morgens bei Regen und rauer See. Nach 1:12 Stunden im Wasser wechselte Cremer dann aufs Rad. Die Tour führte 90 Kilometer bis nach Hawi und wieder zurück nach Kona. Der starke Gegenwind auf der Rückfahrt spiegelte sich auch in den Zielzeiten der anderen Teilnehmenden wider. Etwa jeder zehnte Sportler erreichte das Ziel nicht, bei den Profis lag die Ausfallquote sogar bei rund 25 Prozent.
Cremer hob hervor, nicht nur für sich selbst an den Start gegangen zu sein. Während des Wettkampfs trug sie das Trikot von »Apotheker ohne Grenzen« und nutzte die Aufmerksamkeit rund um die Veranstaltung, um auf die Arbeit der Hilfsorganisation aufmerksam zu machen.