Pharmazeutische Zeitung online
Schweiz

Apotheker und Ärzte planen einheitliche E-Rezept-Lösung

Der Schweizer Apothekerverband und der Berufsverband der Schweizer Ärzte machen beim E-Rezept gemeinsame Sache. Die neue Lösung soll landesweit kompatibel sein und in den Systemen aller Leistungserbringer funktionieren.
Jennifer Evans
17.05.2022  15:30 Uhr

Das E-Rezept lebt unter anderem von seiner Akzeptanz bei den Patienten. Zentral ist daher, dass es im Alltag einfach anwendbar und landesweit einlösbar ist. Damit das funktionieren kann, bündeln der Schweizer Apothekerverband Pharmasuisse und der Berufsverband der Schweizer Ärzte Foederatio Medicorum Helveticorum (FMH) nun ihre Kräfte, um mit ihren Software-Partnern eine gemeinsame Lösung zu finden. Ziel ist es, dass die bereits bestehenden Software-Primärsystemen sowohl in den Apotheken als auch in den Arztpraxen die elektronische Verordnung erstellen beziehungsweise verarbeiten können.

Wie die beiden Verbände mitteilten, soll das Prozedere so ablaufen: Die Schweizer Ärzte stellen nach der Sprechstunde oder Video-Konsultation das E-Rezept über ihre Praxissoftware aus. Wie in Deutschland auch, wird der entsprechende Code für die verordneten Arzneimittel dem Patienten digital zugestellt oder ausgedruckt. Einlösbar sein wird das elektronische Dokument dann in einer Apotheke vor Ort, einer Apotheke mit Lieferdienst oder bei einer Versandapotheke. Die Weiterleitung soll demnach ausdrücklich möglich sein.

Pharmasuisse und FMH weisen außerdem darauf hin, dass sie die medizinischen Daten der Patienten nicht zentral speichern, sondern diese erst ein Scanner in der Apotheke via QR-Code vom Smartphone oder Ausdruck ausliest.

Das dürfen die Schweizer Apotheker

Während die E-Rezept-Einlösung dem Prozess in Deutschland gleicht, ist es den Schweizer Apothekern aber grundsätzlich schon erlaubt, Rezepte hinsichtlich Dosis, Darreichungsform oder therapeutischer Substitution anzupassen oder zu verlängern und im Notfall auch verschiedene Rx-Präparate selbst abzugeben.

Auch wenn es um häufige Erkrankungen mit einer relativ unproblematischen Diagnose geht, ist in der Schweiz die Kompetenz der Apotheker gefragt. Dabei geht es etwa um Allergien, Akne, Säureblocker, Bindehautentzündungen oder auch Harnwegsinfekte, Asthma, Osteoporose, Husten oder Streptokokken. Auch Impfen gehört bereits seit Längerem zu den Aufgaben der pharmazeutischen Kollegen aus dem Nachbarland.

Mehr von Avoxa