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Leitlinie Grippeimpfung

Apotheker sollen zu Hochdosis-Impfstoff beraten

Die Bundesgesundheitsministerium geht dagegen davon aus, dass Efluelda in ausreichender Menge verfügbar sein wird. Es hat aber zur Sicherheit festgelegt, dass die über 60-Jährigen bis zum 31. März 2022 auch mit einem herkömmlichen tetravalenten Grippeimpfstoff geimpft werden können. Neu in der Leitlinie ist daher eine »Impfstoffauswahl nach Beratung« für diese Altersgruppe. Die impfenden Apotheker müssen Impflinge über 60 also über die differenzierte Auswahl aufklären und der Patient darf wählen.

Falls der gewünschte Impfstoff nicht verfügbar ist, kann der oder die Versicherte zu einem späteren Zeitpunkt geimpft werden oder an eine andere Apotheke oder Arztpraxis verwiesen werden. Die Aufklärung ist zu dokumentieren. Es gibt nun auch für die zwei Altersgruppen unter und über 60 Jahren unterschiedliche Einverständniserklärungen.

Neu in der Leitlinie ist zudem, dass bei der Beurteilung der Impfeignung des Versicherten abgeklärt werden muss, ob ein Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion vorliegt, zum Beispiel bei erhöhter Temperatur ab 37,5 °C. Falls ja, sollte nicht in der Apotheke, sondern beim Arzt geimpft werden. Grundsätzlich sollte bei einer Covid-19-Impfung ein Abstand von zwei Wochen zu anderen Impfungen eingehalten werden. Es sind hier die aktuellen Empfehlungen der STIKO zu berücksichtigen.

Ebenfalls ergänzt wurde der Hinweis, dass der Impfling gefragt werden soll, in welchen Arm er oder sie geimpft werden will. Empfohlen wird der linke Arm bei Rechtshändern und vice versa. Dabei sind Stellen mit Tätowierungen oder Muttermalen zu vermeiden. Bei Patientinnen mit therapiertem Brustkrebs ist der gegenüberliegende Arm zu wählen.

Last, but not least ist neu, dass in Leitlinie und Arbeitshilfen nun durchgängig gegendert wird.

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