| Cornelia Dölger |
| 22.10.2026 09:10 Uhr |
Eine gravierende Sicherheitslücke in einer verbreiteten Programmiersprache sorgte gestern für Wirbel. / © IMAGO/Westlight
Gestern Nachmittag gab es eine akute IT-Sicherheitswarnung zu zwei kritischen Schwachstellen in PHP, der Programmiersprache, auf der ein großer Teil des Internets basiert. Die Lücken könnten es Angreifern ermöglichen, Schadcode auf dem Server auszuführen; sie würden bereits aktiv genutzt, warnten Sicherheitsexperten. Die PHP-Entwickler veröffentlichten am Nachmittag ein Sicherheitsupdate – und die Zeit drängte, um dieses rechtzeitig zu installieren, bevor Wege gefunden würden, um es zu umgehen. Weltweit waren Millionen Webseiten betroffen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichte am Mittwoch eine eilige Warnung, dass ein Sicherheits-Update »noch heute« notwendig sei. Zahlreiche Kommunen, Institutionen und auch Unternehmen nahmen ihre Internetseiten daraufhin vorsorglich vom Netz. Bislang liegen laut BSI keine Meldungen über angegriffene Seiten vor, verlässliche Aussagen seien allerdings erst in den kommenden Tagen möglich.
Auch Apotheken waren von der Sicherheitslücke betroffen. Wie die PZ erfuhr, tauschten sich viele Apothekerinnen und Apotheker zu dem Thema aus, nachdem am Nachmittag die Warnung die Runde gemacht hatte. Einige Apotheken nahmen ihre Seiten demnach vom Netz, in Chats diskutierte man über die Risiken der Sicherheitslücke. Wie schwerwiegend das Leck war, war vielen nach Informationen der PZ dabei nicht klar. Viele hätten die Warnung daher nicht ernst genommen oder sie gar nicht mitbekommen.
Zwischenzeitlich war das Apothekenportal der Gedisa nicht erreichbar. Sie informierte darüber, dass sie ihre digitalen Dienste vorübergehend vorsorglich abgeschaltet habe, nachdem die Sicherheitslücke bekannt geworden war. Nach Veröffentlichung des entsprechenden Sicherheitsupdates seien die Systeme aktualisiert und überprüft worden. Inzwischen seien die ApoGuide-App und alle weiteren Dienste wieder verfügbar, teilte die apothekereigene IT-Gesellschaft mit.
Normale Nutzer seien nicht betroffen, hieß es gestern von Sicherheitsexperten. Denn die Lücke betreffe Server, nicht Endgeräte. Indirekte Folgen seien jedoch möglich, etwa durch Ausfälle von Onlinediensten. Vom Netz genommene Apotheken-Webseiten betrafen derweil auch den ganz praktischen Apothekenalltag. So konnten etwa Apothekenkunden, die online einen Impftermin buchen wollten, vorübergehend nicht auf den Dienst zurückgreifen und mussten dies auf den nächsten Tag verschieben.