Zum Schutz vor Angriffen nahmen zahlreiche Kommunen und Institutionen heute ihre Onlineangebote vom Netz. Laut Sicherheitsexperten gibt es zwei Schwachstellen in der weltweit verbreiteten Programmiersprache PHP. / © Imago Images/CHROMORANGE
Aus Sorge vor möglichen Angriffen nahmen Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser ihre Online-Angebote vorsorglich vom Netz. So schaltete etwa die Stadt Mainz mehrere Internetdienste ab, die Berliner Charité deaktivierte zeitweise ihre Website. Auch die Landesregierung Baden-Württemberg ging vom Netz. »Die Maßnahme dient dem vorsorglichen Schutz der Infrastruktur, bis die Entwickler die erforderlichen Sicherheitsupdates bereitstellen«, teilte das Staatsministerium der dpa mit.
Zeitweise fiel nach Informationen der PZ die Webseite der Gedisa aus. Laut Sicherheitsexperten gibt es zwei kritische Schwachstellen im Kern der Programmiersprache. Unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlug Alarm und hat eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben.
Das Risiko ist Sicherheitsexperten zufolge hoch: Angreifer könnten die Schwachstelle aus der Ferne ausnutzen, um Schadcode auf Servern auszuführen, Webseiten zu übernehmen, Daten zu stehlen oder weitere Cyberangriffe vorzubereiten. Details zu den Schwachstellen kursieren bereits, was die IT-Branche weltweit unter Druck setzt.
Für Nutzer besteht demnach kein unmittelbarer Handlungsbedarf, da die Sicherheitslücke Server und nicht Endgeräte betreffe. Indirekte Folgen seien jedoch möglich, etwa Ausfälle von Onlinediensten oder Datenabflüsse bei unzureichend geschützten Webseiten.