Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Chancen des ApoVWG
-
Apotheken als »Tankstellen der Gesundheit«

Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen öffentliche Apotheken kreativ werden und ihr Angebot erweitern, sagt Gesundheitsökonom David Matusiewicz von der FOM Hochschule in Essen. Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) biete dafür entscheidende neue Entwicklungschancen.
AutorKontaktPZ
Datum 01.06.2026  16:00 Uhr

Aufgrund von Konkurrenzdruck durch Versender müssen Vor-Ort-Apotheken zunehmend kreative Ideen entwickeln, betonte Matusiewicz gegenüber der »Tagesschau«. Durch eine stärkere Beratungs- und Spezialisierungsfunktion könnten Apotheken künftig mehr sein als »reine Umschlagplätze für Medikamente«.

Apotheken müssten sich zu »Tankstellen der Gesundheit« entwickeln, die sowohl analoge als auch digitale Dienstleistungen anbieten, um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu werden. Zudem könnten Vor-Ort-Apotheken ihre Rolle als Primärversorger stärken und verstärkt auf Beratung setzen.

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) biete hierfür neue Chancen zur Weiterentwicklung. Damit könnten Apotheken ein »breites Spektrum an Tests, Vorsorgeleistungen und weitere Impfungen anbieten«, so Matusiewicz. Er sieht vor allem in den Milliardenmärkten Prävention und Longevity riesiges Potenzial. 

Themen in der Apotheke setzen

Wichtige Themen für die öffentlichen Apotheken sind laut Matusiewicz unter anderem Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung und Rauchentwöhnung. Darüber hinaus sollten pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) wie die Polymedikationsberatung, die Risikoerfassung bei Bluthochdruck sowie die Betreuung bei der Einnahme von Krebsmedikamenten um zusätzliche Präventionsleistungen erweitert und angemessen vergütet werden, fordert er. 

Das ApoVWG sieht eine ganze Reihe erweiterter Kompetenzen für Apotheken vor: Neue pDL soll es zur Stärkung der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und tabakassoziierten Erkrankungen und Früherkennung von hierfür maßgeblichen Erkrankungsrisiken geben. Alle Impfungen mit Totimpfstoffen sollen in Apotheken angeboten werden können. 

Zudem sollen Apothekerinnen und Apotheker nach ärztlicher Schulung venöse Blutentnahmen durchführen können. Auf Selbstzahlerbasis sollen Schnelltests gegen bestimmte Erreger wie Influenza- Norovirus in Apotheken durchgeführt werden.

Mehr von Avoxa