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IT-Pannen

Apobank rechnet mit Nachwehen bis Ende März 2021

Nach der missglückten IT-Migration im Mai hat es die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) inzwischen wieder in ruhigeres Fahrwasser geschafft. Doch längst nicht alle Probleme sind aus dem Weg geräumt.
Stephanie Schersch
23.11.2020  11:54 Uhr

Die Apobank hat es in den vergangenen Monaten nicht leicht gehabt. Im Mai hatte sie auf ein neues Kernbanksystem der Schweizer Firma Avaloq umgestellt und kommt seither nicht zur Ruhe. Eigentlich sollte die neue IT Abläufe vereinfachen und mehr Services für die Kunden bringen. Doch zunächst hatten vor allem zahlreiche, zum Teil schwerwiegende Pannen für negative Schlagzeilen gesorgt. Sogar die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) hatte die Turbulenzen ins Visier genommen.

Mittlerweile hat sich das Institut ein wenig von den anfänglichen Querelen erholt. Ausgestanden sind die Nachwehen aber noch lange nicht. »Inzwischen sind viele Probleme behoben«, sagte eine Apobank-Sprecherin auf Nachfrage der PZ. Wie in den zurückliegenden Wochen würden aber auch weiterhin regelmäßige Updates durchgeführt. Wie viel Arbeit noch vor der Apobank liegt, macht der Zeitrahmen deutlich, den sie sich selbst gesteckt hat. »Nacharbeiten sind bis Ende März 2021 eingeplant«, heißt es.

Ein komplexes Projekt

Richtig rund wird es damit auch in den kommenden Monaten nicht laufen. Anfang Juli hatte sich der Vorstand der Bank in einem offenen Brief für das IT-Chaos bei den Kunden entschuldigt, die zum Teil vorübergehend nicht auf ihre Konten hatten zugreifen können. Dabei hatten die Vorstände auch angekündigt, das IT-Projekt von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aufarbeiten zu lassen. Deren Bericht liegt inzwischen vor. Demnach soll es keine singuläre Ursache für die Fehler gegeben haben, vielmehr war »die Komplexität der Umstellung des Kernbanksystems mit 230 Subsystemen ausschlaggebend«, so die Sprecherin.

Bleibt die Frage, warum man in Düsseldorf nicht besser auf diesen absehbar sehr großen Sprungvorbereitet war. Spätestens zum Jahreswechsel dürfte das IT-Debakel die Apobank derweil noch einmal einholen. Denn auch in den Bilanzen wird das Projekt Spuren hinterlassen. So hatte bereits der Halbjahresbericht bei den Verwaltungskosten ein sattes Plus von 16 Prozent ausgewiesen. Das könnte sich nun in ganz ähnlicher Form wiederholen. Die Kosten für die Aufwendungen im Rahmen der IT-Migration würden »den Verwaltungsaufwand auch auf Jahressicht prägen«, heißt es dazu schlicht aufseiten der Apobank.

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