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AvP-Insolvenz

AOK bietet Aufschub von Retaxierungen an

Um die von der Pleite des Rechenzentrums AvP betroffenen Apotheken zu unterstützen, bietet die AOK Rheinland/Hamburg an, mögliche Retaxierungen von Rezepten aus den Monaten August bis Oktober zurückzustellen und erst  im Januar 2021 abzuwickeln. Allerdings stellt dieses Angebot nur einen Zahlungsaufschub und keinen Erlass der Retaxationen für die Apotheken dar.
Charlotte Kurz
25.09.2020  14:30 Uhr

Nach der AvP-Pleite gab es für die betroffenen Apotheken bereits Hilfsangebote vonseiten des Großhandels. Andere Rechenzentren wollen zudem spontan einspringen, damit die künftige Rezeptabrechnung gewährleistet werden kann und die Apobank verspricht gute Kreditkonditionen. Nur die Politik verhält sich bislang zurückhaltend was mögliche Hilfen angeht, kritisierte zuletzt eine Apothekerin.

Nun meldet sich auch eine Krankenversicherung zu Wort. Die AOK Rheinland/Hamburg möchte »schnell und unbürokratisch« helfen. »Mögliche Rechnungsbeanstandungen für die Monate August bis Oktober werden bis Januar 2021 zurückgestellt«, heißt es in einer Pressemitteilung der Kasse. Mit diesem Schritt möchte die Krankenversicherung einen Beitrag leisten, um die Apotheken zu unterstützen. Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland Hamburg, erklärte dazu: »Die Zahlungsprobleme des Abrechnungszentrums haben unsere Geschäftspartner unverschuldet in eine finanzielle Notlage versetzt, die möglicherweise auch Existenzen bedroht«. Die Kasse möchte dazu beitragen, dass die gute Versorgung in Deutschland durch die Präsenzapotheken erhalten bleibt.

Allerdings ist klar, dass den Apothekern damit nur ein Zahlungsaufschub, kein Erlass der Retaxierungen gewährt wird. Im Januar könnte damit eine dicke Rechnung mit Blick auf die angesammelten Beanstandungen auf die Apotheken zukommen.  

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