| Johanna Hauser |
| 24.02.2026 16:20 Uhr |
Um Anwendungsfehler zu minimieren, sollten Trockensäfte grundsätzlich in der Apotheke zubereitet werden. Ein Anwendungsetikett unterstützt die korrekte Anwendung durch den Patienten. Die Einnahme erfolgt grundsätzlich in aufrechter Position mit einem großen Glas Wasser. Antibiotika benötigen ein saures Magenmilieu. Angesichts der Überverordnung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) kann der Apotheker anregen, diees Medikament für die Zeit der Antibiose auszusetzen, wenn es für die Patienten möglich ist. Für den ein oder anderen bedeutet dies vielleicht den Einstieg vom Ausstieg der (unnötigen) PPI-Therapie.
Patienten, die bakterizide Antibiotika verordnet bekommen, sollten dafür sensibilisiert werden, dass Fieber auftreten oder steigen kann, wenn das Immunsystem Bakterientoxine und Zelltrümmer beseitigt.
Seit 2010 sind die Antibiotika-Verschreibungen um 40 Prozent zurückgegangen, insbesondere durch aktualisierte Leitlinien im Bereich Pädiatrie und Geriatrie. Erfreulicherweise sei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ein Rückgang zu verzeichnen. In der Altersklasse 0 bis 9 Jahre sei der Verbrauch gar um 60 Prozent zurückgegangen.
Dennoch sterben derzeit in Deutschland rund 25.000 Menschen jährlich an Infektionen mit Antibiotika-resistenten Erregern, weltweit rund 700.000. Nach Hochrechnungen werden es im Jahr 2030 mehr als eine Millionen Todesfälle sein. Denn Resistenzen entstehen nicht nur durch die Anwendung im humanen Bereich, sondern auch im Veterinärbereich. Gerade bei den Extended-Spectrum-Betalactamase-Bildnern (ESBL), zu denen auch E. Coli und Klebsiella-Arten zählen, nehmen die Resistenzen in Deutschland derzeit zu – auch gegen Reserveantibiotika.
| WHO-Liste der lebensbedrohlichen Bakterien | ||
|---|---|---|
| Priorität 1: (Kritisch) | ||
| Acinetobacter baumanii (Carbapenem-resistent) | ||
| Enterobacteriaceae (Carbapenem-resistent) | ||
| Enterobacteriaceae (Cephalosporin-resistent (3. Generation)) | ||
| Mycobacterium tuberculosis (Rifampicin-resistent) | ||
| Priorität 2: (Hoch) | ||
| Enterococcus faecium (Vancomycin-resistent) | ||
| Staphylococcus areus (Methicillin-resistent) | ||
| Salmonella Typhi (Fluorchinolon-resistent) | ||
| Shigella ssp. (Fluorchinolon-resistent) | ||
| Pseudomonas aeruginosa (Carbapenem-resistent) | ||
| Non-typhoidal Salmonella (Fluorchinolon-resistent) | ||
| Neisseria gonorrhoeae (Fluorchinolon- und/oder Cephalosporin-resistent (3. Generation)) | ||
| Priorität 3: (Medium) | ||
| Streptococcus pneumoniae (Makrolid-resistent) | ||
| Haemophilus influenzae (Ampicillin-resistent) | ||
| Gruppe A Streptokokken (Makrolid-resistent) | ||
| Gruppe B Streptokokken (Penicillin-resistent) |
Bereits 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Liste von zwölf Bakterienfamilien zusammengestellt, die oft gegen mehr als ein Antibiotikum resistent sind und daher eine ernsthafte Bedrohung für den Menschen darstellen. 2024 erfolgte ein Update, das mit einer Erweiterung der Liste einherging.
Daher müssten trotz rückläufiger Verordnungszahlen weitere Anstrengungen unternommen werden, um den Einsatz von Antibiotika weiter auf das notwendige Minimum zu reduzieren. Dazu gehört auch der Einsatz von Impfungen gegen bakterielle Erreger.