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Angsterkrankungen

Angst hat viele Gesichter – und viele Therapieoptionen

Schätzungsweise 7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Angsterkrankung. Wichtigste Maßnahme ist eine Psychotherapie. Unterstützend wird eine ganze Reihe Psychopharmaka eingesetzt.
Christiane Berg
24.11.2020  13:30 Uhr

»Zusätzlich zu ihrer Angsterkrankung müssen die Betroffenen oftmals noch unter Stigmatisierung leiden«, konstatierte Professor Dr. Martina Hahn, Frankfurt am Main, beim traditionellen Novemberkongress der Apothekerkammer Schleswig-Holstein unter dem Titel »Schatten auf der Seele«. Sie sprach von einem »Alptraum für die Betroffenen«.

Angsterkrankungen könnten sich in unterschiedlicher Art und Weise manifestieren, zum Beispiel als spezifische isolierte Phobien wie Flug-, Spinnen- oder Höhenangst, als soziale Phobien, also Ängste vor der prüfenden Betrachtung durch andere, oder Agoraphobien, also Furcht vor Menschenansammlungen, öffentlichen Plätzen, Reisen allein oder weiten Entfernungen von zu Haus. »Sie können sich jedoch auch als Panikstörungen, sprich: wiederkehrende situationsunabhängige und nicht vorhersehbare Angstanfälle, sowie generalisierte Angststörungen mit andauernder innerer Anspannung zeigen«, machte die klinische Pharmazeutin deutlich. »Dabei werden auch körperliche Symptome wie unter anderem Herzrasen, Hitzewallungen, Benommenheit, Schwitzen, Schmerzen in der Brust oder Atemnot von den Patienten als sehr bedrohlich erlebt«, sagte sie.

Oftmals lägen der Entstehung von Angsterkrankungen (epi)genetische Ursachen mit einer erhöhten Reaktion und Sensitivität unter anderem der Amygdala im Gehirn zugrunde. Angst und Panik könne jedoch auch durch Umweltfaktoren, insbesondere prägende Kindheitserlebnisse initiiert beziehungsweise forciert werden.

»Niemand ist frei von Angst. Sie kann jedoch ein übersteigertes Maß annehmen«: Hahn zeigte auf, dass mit Blick auf die Pathogenese von Angsterkrankungen Störungen im Neurotransmitter-System und hier vor allem im Gamma-Aminobuttersäure (GABA)- und Glutamat-System vermutet werden. »Aber auch eine Dysbalance der Aktivität noradrenerger und serotonerger Neurotransmittersysteme wird diskutiert«, betonte sie.

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