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Andreas Thiede ist neuer Gehe-Chef

Der Großhändler Gehe kommt nicht zur Ruhe. Seit Monatsbeginn ist die Fusion mit Alliance Healthcare (AHD) offiziell. Daraufhin hatte Peter Schreiner, bis dahin Vorsitzender der Geschäftsführung, das Unternehmen verlassen, AHD-Chefin Aline Seifert war als Arbeitsdirektorin bei der Gehe eingestiegen. Nun wurde Andreas Thiede als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung benannt.
Benjamin Rohrer
06.11.2020  15:30 Uhr

Seit dem 1. November ist die Fusion zwei der größten pharmazeutischen Großhändler in Deutschland offiziell. Seitdem sind die beiden Deutschlandtöchter der US-Konzerne Walgreens Boots Alliance (WBA) und McKesson verschmolzen, wobei WBA mit 70 Prozent die Mehrheit an dem neuen Branchenriesen hält, der einen Marktanteil in Deutschland von knapp 30 Prozent haben dürfte.

Die Pharmazeutische Zeitung hatte kürzlich darüber berichtet, dass die Fusion auch schon die ersten personellen Folgen in der Gehe hat: Der langjährige Vorsitzende der Geschäftsführung bei der McKesson-Tochter, Peter Schreiner, hatte das Unternehmen vor einigen Tagen auf eigenen Wunsch verlassen. Ein AHD-Sprecher bestätigte gegenüber der PZ, dass AHD-Chefin Aline Seifert neu als Arbeitsdirektorin bei der Gehe tätig sei.

Nun gibt es aber schon wieder Neuigkeiten aus dem Unternehmen: Nach Informationen der PZ ist Andreas Thiede neuer Vorsitzender der Geschäftsführung. Thiede war bislang Geschäftsführer für die Bereiche Vertrieb und Marketing. Ein Sprecher der AHD erklärte gegenüber der PZ dazu: »Andreas Thiede wurde gestern, am 5. November 2020, vom Aufsichtsrat der Gehe zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Gehe berufen. Die Position war vakant geworden, da Thiedes Vorgänger Peter Schreiner das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Der Aufsichtsrat von Gehe hatte bereits am Montag, 2. November 2020, Aline Seifert, nach dem Ausscheiden von Peter Schreiner, als Arbeitsdirektorin in die GEHE-Geschäftsführung berufen.« Der AHD-Sprecher erklärte zudem, dass Seifert unabhängig davon weiterhin als Arbeitsdirektorin in der Gehe verbleibe.

Viele offene Fragen

Wie die Fusion nun organisatorisch weitergehen soll, ist allerdings unklar. Für die Apotheker entstehen durch die Fusion zahlreiche Fragen: Beide Unternehmen hatten erklärt, dass durch den Zusammenschluss eine effizientere Arbeitsweise erzielt werden soll. Fraglich wird sein, ob alle Großhandelslager beider Konzerne weiter betrieben werden können oder ob es zu Schließungen kommt.

Auch die Tausenden Beschäftigten der Gehe und auch der AHD haben eine offene Zukunft. Nach Informationen der PZ herrscht insbesondere bei vielen Mitarbeitern der Gehe derzeit eine große Unsicherheit. Schließlich stellen sich natürlich auch noch Fragen rund um den Markenauftritt des Gemeinschaftsunternehmens: Dadurch dass AHD die Mehrheit an dem Konzern hält, könnte es dazu kommen, dass die Gehe früher oder später ihren Namen verliert – auch die Kooperationskonzepte könnten in die AHD überführt werden. Bezüglich dieser Punkte gibt es allerdings noch keine Klarheit.

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