Pharmazeutische Zeitung online
Fusion Gehe/Alliance vollzogen

AHD-Chefin Aline Seifert ist Arbeitsdirektorin der Gehe

Der Umbruch beim Großhändler Gehe Pharma Handel (McKesson Europe) hat begonnen. Zum gestrigen 1. November wurde das neue Joint Venture zwischen Alliance Healthcare Deutschland (AHD) und der Gehe gegründet, an dem die Alliance-Mutter Walgreens Boots Alliance eine 70-prozentige Mehrheit hält. AHD-Chefin Aline Seifert ist ab sofort Arbeitsdirektorin der Gehe und hat somit die Aufgaben von Peter Schreiner übernommen, der nicht mehr Vorsitzender der Gehe-Geschäftsführung ist.
Benjamin Rohrer
02.11.2020  09:55 Uhr

Der deutsche Großhandelsmarkt hat einen neuen, großen Player hinzubekommen: Seit dem gestrigen 1. November ist die Fusion der McKesson-Tochter Gehe Pharma Handel mit der Alliance Healthcare Deutschland (AHD) offiziell. Ende des vergangenen Jahres hatten beide Konzerne die Fusion angekündigt. Klar ist, dass der vom Pharmahandelskonzern Walgreens Alliance Boots kontrollierte Grossist AHD die 70-prozentige Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen übernimmt. Vor wenigen Wochen hatte auch das Bundeskartellamt grünes Licht für die Fusion gegeben. Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Großhandelskonzern, der einen Marktanteil zwischen 25 und 30 Prozent im Apothekenmarkt hat.

Mit der Zusammenführung der beiden Unternehmen gibt es auch erste personelle Konsequenzen: Nach Informationen der Pharmazeutischen Zeitung ist Peter Schreiner nicht mehr länger Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Gehe Pharma Handel. Ein Sprecher der AHD Deutschland bestätigte gegenüber der PZ, dass AHD-Chefin Aline Seifert als Arbeitsdirektorin ab sofort alle Aufgaben von Schreiner in der Gehe-Geschäftsführung übernommen habe. Schreiner sei »auf eigenen Wunsch« aus der Gehe ausgetreten, hieß es.

Peter Schreiner hat die Gehe bereits verlassen

Wie die Fusion nun organisatorisch weitergehen soll, ist allerdings unklar. Über einen Zeitplan für die weiteren Maßnahmen wollte sich der AHD-Sprecher nicht äußern. Für die Apotheker entstehen durch die Fusion zahlreiche Fragen: Beide Unternehmen hatten erklärt, dass durch den Zusammenschluss eine effizientere Arbeitsweise erzielt werden soll. Fraglich wird sein, ob alle Großhandelslager beider Konzerne weiter betrieben werden können oder ob es zu Schließungen kommt.

Auch die Tausenden Beschäftigten der Gehe und auch der AHD haben eine offene Zukunft. Nach Informationen der PZ herrscht insbesondere bei vielen Mitarbeitern der Gehe derzeit eine große Unsicherheit. Schließlich stellen sich natürlich auch noch Fragen rund um den Markenauftritt des Gemeinschaftsunternehmens: Dadurch dass AHD die Mehrheit an dem Konzern hält, könnte es dazu kommen, dass die Gehe früher oder später ihren Namen verliert – auch die Kooperationskonzepte könnten in die AHD überführt werden. Bezüglich dieser Punkte gibt es allerdings noch keine Klarheit – auch hierzu wollte sich der AHD-Sprecher nicht äußern.

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