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Amyotrophe Lateralsklerose

Alphablocker soll Energielieferung pushen

Terazosin feuert indirekt Glykolyse an

Zwar wird der Alpha-1-Rezeptorblocker Terazosin, der aus der Behandlung von Hypertonie sowie Blasenentleerungsstörungen infolge einer benignen Prostatahyperplasie seit Langem bekannt ist, in klinischen Studien bei ALS noch nicht untersucht. Das könnte sich aber ändern: In einer Pressemitteilung macht die Universität Edinburgh, Schottland, auf vielversprechende Ergebnisse mit Terazosin bei ALS in Zell- und Tiermodellen aufmerksam. Man wolle nun eine Machbarkeitsstudie mit 50 ALS-Patienten starten und falls diese erfolgreich ist, klinische Studien planen.

Nachdem sich Terazosin zuvor bereits als wirksam bei der Steigerung der Energieproduktion in Modellen für Schlaganfall und Morbus Parkinson erwiesen hatte, wollten Forschende feststellen, ob der Alphablocker auch Motoneuronen im Zusammenhang mit ALS schützen könnte. In »EBioMedicine« hat ein Team um Dr. Helena Chaytow von der Universität Edinburgh Ergebnisse publiziert und erklärt, wie Terazosin bei ALS wirken könnte.

In Studien mit Zebrafisch-, Maus- und Stammzellmodellen habe man gezeigt, dass Terazosin Motoneuronen vor dem Absterben schützt, indem der Arzneistoff deren Energieproduktion erhöht. Zum Hintergrund: Motoneuronen müssen Energie produzieren, um quasi die Anweisungen des Gehirns an die Muskeln weiterzuleiten. Wenn nicht genügend Energie vorhanden ist, können die Botschaften nicht effektiv übertragen werden und die Bewegung wird beeinträchtigt.

Chaytow und Kollegen gehen davon aus, dass Terazosin in der Lage ist, die Aktivität des Enzyms Phosphoglyceratkinase 1 (PGK1) zu erhöhen. Das heißt, der Wirkstoff könnte Motoneuronen über eine Hochregulierung der Glykolyse zur Energiegewinnung schützen. Möglich ist, dass vergleichbare Arzneistoffe eine ähnliche Wirkung aufweisen. Die Forscher schreiben, dass zumindest Alfuzosin und Doxazosin die Bindedomäne für PGK1 aufweisen, Tamsulosin jedoch nicht.

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