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Primärversorgung
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Ärzte kritisieren ABDA-Pläne zur Apothekeneinbindung

Anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni hat die ABDA ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie mehr Aufgaben für Apotheken in der Primärversorgung fordert. Dagegen übt die Ärzteschaft nun scharfe Kritik.
AutorKontaktPZ
Datum 05.06.2026  14:15 Uhr

»Gefährliche Kompetenzüberschreitung«

Als »gefährliche Kompetenzüberschreitung« beschreibt der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschland (SpiFa) das Positionspapier der ABDA. »Der SpiFa sieht darin eine kurzsichtige und für Patientinnen und Patienten gefährdende offene Kompetenzüberschreitung, deren Forderung allein schon das Verständnis für medizinische Fragestellungen auf Seiten der Apothekerschaft vermissen lässt«, teilt der Verband mit. Das Papier zeige ein »klar fehlendes Verständnis für medizinische Fragestellungen« aus Sicht der Apothekerschaft. 

»Wir Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten gut und vertrauensvoll mit den Apothekerinnen und Apothekern zusammen. Medizinisch wirksame Therapien setzen jedoch Diagnosen voraus«, sagt Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Verbands, und fügt hinzu: »Belastbare Diagnosen können ausschließlich Ärztinnen und Ärzte stellen.« Der SpiFa fordert die ABDA auf, derartige »Gedankenspiele« zu unterlassen, die die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gefährden würden.

»Entgegen jeder Vernunft und Verantwortung«

Auch der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) sowie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) widersprechen dem ABDA-Positionspapier in Teilen.

»Entgegen jeder Vernunft und Verantwortung« seien die Vorstellungen in dem Papier, so Daniel Pleger, erster Vorsitzender des BVA. Pleger bezieht sich dabei besonders auf das Beispiel der Konjunktivitis. Eine Konjunktivitis ist eine Entzündung der Schleimhaut, die das Auge und die Innenseite der Lider auskleidet. Die Diagnose »kann und darf nur augenfachärztlich gestellt werden«, so Pleger.

Ebenso kritisch äußert sich Claus Cursiefen, Generalsekretär der DOG. »So sehr wir die Apotheken als Partner bei der Arzneimittelversorgung und der Arzneimittelsicherheit schätzen, erfordert das rote Auge zwingend eine apparative Diagnostik und eine augenfachärztliche Untersuchung.« Schließlich könne bei einer falschen Therapie einer kontaktlinsenassoziierten Konjunktivitis potenziell Augenverlust drohen. »Hierbei entscheiden oft die ersten 24-28 Stunden über den weiteren Verlauf«, warnt die Ärzteschaft.

Sie kritisieren, dass fehlerhafte Therapien erhebliche Folgekosten für »das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem sowie für den sozialen Bereich« haben können.

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