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Deutschland und weltweit
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ADHS-Diagnosen steigen deutlich

Immer mehr Kinder und Jugendliche erhalten in Deutschland eine Neudiagnose für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, meldet die Krankenkasse DAK. Auch global gehen die Zahlen nach oben, zeigt eine Analyse britischer Forscherinnen.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 11.08.2026  09:00 Uhr
ADHS-Diagnosen und Verschreibungszahlen steigen weltweit an

ADHS-Diagnosen und Verschreibungszahlen steigen weltweit an

Die Zahl der ADHS-Diagnosen steigt aber nicht nur in Deutschland und nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Wie ein aktueller Review zeigt, nimmt die Zahl der Diagnosen und Verschreibungen in verschiedenen Teilen der Erde in allen Altersgruppen zu. Das berichteten Professor Dr. Barbara Sahakian und Dr. Christelle Langley von der University of Cambridge in Großbritannien im »Journal of Psychopharmacology«.

So nahm die Zahl der ADHS-Diagnosen in Großbritannien zwischen 2000 und 2018 am stärksten bei den Kindern zu. Aber auch bei den Erwachsenen gab es einen deutlichen Zuwachs: Es wurde beispielsweise bei Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren ein etwa 20-facher Anstieg der Diagnosen und ein fast 50-facher Anstieg der Verschreibungen verzeichnet.

In England stieg die Verschreibung von Stimulanzien bei Erwachsenen über 18 Jahren im Zeitraum von 2021/2022 bis 2022/2023 um 32 Prozent und bei Kindern unter 17 Jahren um 12 Prozent. Damit wurden zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015 mehr Erwachsenen als Kindern diese Medikamente verschrieben, schreiben die Autorinnen. Sie zitieren auch eine internationale retrospektive Studie, die gezeigt hat, dass in 13 Ländern von verschiedenen Kontinenten die Zahl der Stimulanzien-Verschreibungen ebenfalls gestiegen ist.

Als mögliche Gründe für diese Entwicklung nennen die beiden Psychiaterinnen ebenfalls eine erhöhte Bekanntheit und Aufmerksamkeit für die Entwicklungsstörung. Dies gelte besonders für die bisher unterdiagnostizierten Bevölkerungsgruppen – also Mädchen und Erwachsene. Die Zahlen zeigten auch, dass ADHS inzwischen nicht mehr als Kinderkrankheit, sondern als das behandelt wird, was es wirklich ist – eine lebenslang andauernde neurologische Entwicklungsstörung.

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