In den betroffenen Regionen in der Provinz Ituri im Kongo gibt es einen immensen Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung. / © action medeor
Nach dem Ausbruch des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo laufen beim Medikamentenhilfswerk action medeor jetzt die ersten Hilfsmaßnahmen an. Bereits vergangene Woche hatte die Organisation 20.000 Euro Soforthilfe freigegeben, um medizinisches Personal im Kongo mit Schutzausrüstung auszustatten. Jetzt werden die ersten Hilfsgüter auch in Deutschland zusammengestellt, um schnellstmöglich in die Ebola-Region versandt zu werden.
»In den betroffenen Regionen in der Provinz Ituri gibt es einen immensen Bedarf an persönlicher Schutzausrüstung, der allein aus den Ressourcen vor Ort nicht mehr gedeckt werden kann«, erläutert Irmgard Buchkremer, leitende Apothekerin bei action medeor.
»Die lokalen Märkte sind inzwischen völlig überlastet, daher haben wir jetzt weitere Mittel für Hilfslieferungen aus Deutschland bereitgestellt«, so Buchkremer. Laut der Organisation werden in einem ersten Schritt im Medikamentenlager von action medeor im niederrheinischen Tönisvorst jetzt spezielle Viren-Schutzanzüge, Handschuhe, Masken, Infrarot-Stirnthermometer, Desinfektionsmittel und Elektrolytlösungen im Wert von rund 40.000 Euro zusammengestellt – etwa 25 Paletten mit einem Gewicht von 6,5 Tonnen. »Damit sollen vor allem Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegepersonal ausgestattet werden«, erklärt Buchkremer.
»Aus früheren Ebola-Epidemien haben wir gelernt, dass der Schutz von Menschen, die in den Gesundheitseinrichtungen arbeiten, absolut wichtig ist«, begründet die Apothekerin. »Sie sind zur Erkennung von Infektionsfällen und zur Eindämmung der Epidemie einerseits unerlässlich, andererseits gehören sie zu den Personengruppen, die am meisten gefährdet sind, weil sie sich täglich einem hohen Ansteckungsrisiko aussetzen.«
Mit ähnlichen Risiken sind inzwischen auch die humanitären Helfer vor Ort konfrontiert. »Wir können unsere humanitären Maßnahmen im Moment nur unter sehr schweren Bedingungen fortsetzen, weil es nicht ausreichend Schutzmaterialien für alle Helferinnen und Helfer gibt«, berichtet Markus Bremers, Pressesprecher von action medeor.
»Die Teams unserer lokalen Partner sind trotzdem vor Ort, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Gleichzeitig haben wir damit begonnen, die Bevölkerung mit digitalen Formaten zu sensibilisieren, damit Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und die Vermeidung von Körperkontakten umgesetzt werden«, so Bremers.