| Daniela Hüttemann |
| 09.09.2026 10:30 Uhr |
Wer einmal Übergewicht hat, wird es meist nur schwer wieder los. Besonders schwerwiegend sind die Langzeitfolgen für Kinder. Mehr Bewegung ist wichtig, reicht allein aber oft nicht aus. / © Getty Images/LSOphoto
Bislang ist die Abnehmspritze mit Semaglutid (Wegovy®) zur subkutanen Anwendung erst für Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Das könnte sich bald ändern, zumindest berichtet Hersteller Novo Nordisk erste positive Daten aus der Phase-III-Studie »STEP Young«. Der primäre Endpunkt sei erreicht worden und eine Überlegenheit von Semaglutid einmal wöchentlich subkutan über 68 Wochen gegenüber Placebo gezeigt worden. Die Daten sind noch nicht in einem Fachjournal mit Peer-Review-Bewertung erschienen. Fachlich sollen sie im November beim Fachkongress »Obesity Week« in den USA präsentiert werden.
An der doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen 165 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren teil, die deutlich übergewichtig waren. 85 Prozent hatten eine Adipositas Schweregrad II oder III, entsprechend einem BMI von mehr als 35 beziehungsweise 40 kg/m2 bei Erwachsenen.
Alle erhielten eine kalorienreduzierte Diät und bewegten sich mehr als zuvor. Während ein Teil wöchentlich ein Placebo injizierte, bekam die Verumgruppe bis zu 1,7 mg oder 2,4 mg Semaglutid einmal wöchentlich. Letzteres entspricht der Erwachsenen-Höchstdosis. Die Dosierung hing vom Ausgangsgewicht ab.
Nach 68 Wochen galten 40,4 Prozent der mit Semaglutid behandelten Kinder nicht mehr als adipös, während kein Kind unter Diät, Bewegung und Placebo dies erreichte. Damit wurde der primäre Endpunkt erreicht. Sicherheit und Verträglichkeit waren vergleichbar mit den Daten der Erwachsenen-Studien. Es traten keine neuen Sicherheitssignale auf – auch nicht in Bezug auf Wachstum und pubertäre Entwicklung.
Eine Analyse weiterer Parameter wie kardiovaskulärer Risikofaktoren, Glucosestoffwechsel und Körperzusammensetzung steht noch aus. Novo Nordisk machte keine Angaben, wann es eine Indikationserweiterung bei den Zulassungsbehörden beantragen will.