Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Vegane Ernährung
-
Abnehmen durch niedrige Energiedichte

Eine vegane Ernährungsweise wird mit niedrigerem Körpergewicht und besserer kardiometabolischer Gesundheit in Verbindung gebracht. Neue Daten bringen die Energiedichte als Erklärung ins Spiel.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 01.09.2026  11:30 Uhr

Die Umstellung auf eine vegane Ernährungsweise kann für übergewichtige Menschen verschiedene gesundheitliche Vorteile haben – unter anderem eine Gewichtsabnahme. Doch welche Mechanismen für den Gewichtsverlust verantwortlich sind, ist bisher nicht vollständig erforscht.

Ein Team um Dr. Hana Kahleova vom Physicians Committee for Responsible Medicine in Washington, DC, führte daher eine Sekundäranalyse einer zwischen Januar 2017 und Februar 2019 durchgeführten randomisierten, offenen Parallelgruppenstudie zu veganer Ernährung durch. Die Studie hatte bereits gezeigt, dass eine fettarme vegane Ernährung zu Gewichtsverlust sowie zu Verbesserungen der Körperzusammensetzung und metabolischer Parameter führte. Die aktuelle Auswertung untersuchte, welche Rolle die Energiedichte einer pflanzenbasierten Ernährung dabei spielt. Die Ergebnisse wurden im Journal »JAMA Network Open« veröffentlicht.

Satt essen und trotzdem abnehmen

Die Teilnehmer waren im Verhältnis 1:1 zufällig einer veganen Gruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt worden. In die Analyse zwischen April und Juni 2026 wurden 223 Teilnehmer einbezogen, die die Studie vollständig absolviert hatten, 117 in der veganen und 106 in der Kontrollgruppe. Der BMI lag zwischen 28 und 40.

Die vegane Gruppe sollte sich nach Belieben fettarm und vegan von Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten ernähren. Die Kontrollgruppe aß wie gewohnt. Die Energiezufuhr war für beide Gruppen nicht begrenzt. Zu Beginn und nach 16 Wochen führten die Teilnehmer jeweils ein dreitägiges Ernährungsprotokoll, das von einer Ernährungsberaterin ausgewertet wurde.

Für jeden Teilnehmer und jede Lebensmittelgruppe wurde dabei die Energiedichte separat als Verhältnis von Gesamtenergie (in Kilokalorien pro Tag) zu Gesamtgewicht der Lebensmittel (in Gramm pro Tag) berechnet. Das Gesamtgewicht der Nahrungsmittel änderte sich in keiner der beiden Gruppen signifikant. Die Energiezufuhr sank in beiden Gruppen, in der veganen Gruppe jedoch stärker (Effektgröße: −357,1 kcal/Tag). Während die Energiedichte in der Kontrollgruppe unverändert blieb, sank sie in der veganen Gruppe um 30 Prozent. Der Gewichtsverlust betrug im Mittel 6,4 kg in der veganen und 0,5 kg in der Kontrollgruppe und war hauptsächlich auf eine Reduktion des Körperfetts zurückzuführen.

Energiedichte als möglicher Schlüssel

Eine verringerte Energiedichte war mit einem stärkeren Gewichtsverlust verbunden. Die Autoren vermuten, dass pflanzliche Lebensmittel aufgrund ihres hohen Wasser- und Ballaststoffgehalts sowie ihres geringen Fettanteils das Nahrungsvolumen erhöhen, ohne den Energiegehalt proportional zu steigern. Dies fördert das Sättigungsgefühl und senkt die Energiezufuhr, ohne Kalorien zählen zu müssen.

Zwei Punkte schränken die Aussagekraft der Studie jedoch ein: Zum einen basierte die Auswertung auf selbst ausgefüllten Ernährungsprotokollen. Zum anderen bleibt aufgrund der freiwilligen Teilnahme offen, wie repräsentativ die Daten sind. Dennoch, so die Forschenden, legen die Ergebnisse nahe, dass die Zusammensetzung der Ernährung die Energieaufnahme wesentlich beeinflussen kann.

Somit scheint eine verringerte Energiedichte ein zentraler Mechanismus zu sein, der den Zusammenhang zwischen veganer Ernährung und Gewichtsabnahme erklären kann.

Mehr von Avoxa