»Die Apotheken leben jetzt schon seit Jahren mit Lieferengpässen und beherrschen sie so, dass kein Patient unversorgt bleibt. Das ist unser Ziel«, so ABDA-Präsident Thomas Preis in einem Interview. / © ABDA
In einem Interview mit der Berliner Morgenpost und weiteren Zeitungen der Funke-Mediengruppe schloss der ABDA-Präsident zukünftige Engpässe aber nicht aus. Die Apotheken seien aufmerksam, erste Hinweise gebe es etwa bei Einmalhandschuhen. »Aber die Apotheken leben jetzt schon seit Jahren mit Lieferengpässen und beherrschen sie so, dass kein Patient unversorgt bleibt. Das ist unser Ziel.«
Zeitaufwendig seien die Engpässe seit jeher und zudem nicht ins Honorar eingepreist. »Jede Apotheke investiert pro Woche über 20 Stunden, um dieser Lieferengpässe Herr zu werden«, so Preis. Er verwies darauf, dass viele Arzneimittelwirkstoffe und Vorprodukte aus China und Indien stammten und stark von Erdöllieferungen abhängig seien. Steigende Produktionskosten für Pharmahersteller seien daher möglich.
Für Patientinnen und Patienten gebe es jedoch Entwarnung: »In Deutschland regelt die Arzneimittelpreisverordnung die Höhe der Preise für Arzneimittel. Die Preise in den Apotheken sind nicht frei. An den Preisen für die verschriebenen Medikamente wird sich deshalb zunächst nichts ändern.« Apothekerinnen und Apotheker würden alles daran setzen, selbst wenn ein Medikament mal knapp sei, auf die Medikamente umzustellen, die verfügbar seien.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Apotheken forderte Preis eine nachhaltige Stabilisierung. Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro je abgegebener Packung sei »dringend notwendig«, könne aber nur ein erster Schritt sein vor dem Hintergrund, dass die letzte Erhöhung inzwischen 13 Jahre zurückliege. Ziel müsse es sein, das Apothekenhonorar künftig regelmäßig mit den Krankenkassen verhandeln zu können. Eine solche Verhandlungslösung plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Die Umstellung müsse sofort kommen, weil sonst weitere Apotheken schließen müssten.