| Melanie Höhn |
| 06.07.2026 10:30 Uhr |
Laut ABDA nehmen Apotheken auch in Krisensituationen eine wesentliche Rolle ein: Sie sichern die Versorgung mit Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Gesundheitsprodukten und bieten verlässliche Informationen für die Bevölkerung. Durch eine frühzeitige Vorbereitung können Apotheken in Krisensituationen schnell und gezielt handeln, die Versorgung aufrechterhalten und so einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der öffentlichen Gesundheit leisten.
Die ABDA schlägt dem BMG zur Stärkung der Krisenfestigkeit des Apotheken- und Arzneimittelrechts eine Ausnahme von der Geltung apothekenrechtlicher Vorschriften für den Krisenfall vor, angelehnt an die Systematik des § 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz (AMG). Die Empfehlung ist, »Ausnahmen für Krisenzeiten« im Apothekengesetz (ApoG) gesetzlich zu verankern und es so zu ermöglichen, im Ernstfall schnell und flexibel von regulären Vorgaben abzuweichen, um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen.
Zudem ist nach Meinung der ABDA die Bevorratung der im Krisenfall benötigten Arzneimittel und Medizinprodukte zentral durch den Bund oder durch vom Bund beauftragte geeignete Stellen sicherzustellen. Die ABDA betont, dass sie keine Konzentration auf einzelne »Krisenapotheken« will. Stattdessen soll die flächendeckende Versorgung durch Stärkung des bestehenden Apothekennetzes gesichert werden.
Seit Oktober 2025 beschäftigt sich intensiv auch die Arbeitsgruppe »Krisenvorsorge« der Bundesapothekerkammer mit möglichen Krisenszenarien. Ziel der AG ist es zunächst, die Geschäftsstellen von Kammern und Verbänden krisenfest zu machen. Dafür wird aktuell ein Dokument zur Erstellung eines Notfallplans mit dazugehörigen Checklisten entwickelt, etwa zum Thema Sicherstellung der Kommunikation, Umgang mit Stromausfällen, Schutz vor Falschinformationen oder zur Festlegung von Krisenteams. Weitere Empfehlungen für öffentliche Apotheken sollen folgen.
Zudem sammelt die AG Informationen über bestehende Initiativen auf Landesebenen, um einen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten zu bekommen. In einzelnen Bundesländern wurden bereits Ideen für Planspiele oder Resilienz- und Krisensymposien entwickelt.