| Laura Rudolph |
| 22.10.2026 16:00 Uhr |
Beim »Active Recall« steht das aktive Abrufen des Gelernten im Vordergrund. Studierende stellen sich selbst Fragen zum Lernstoff und versuchen, diese mündlich oder schriftlich aus dem Gedächtnis zu beantworten. Anschließend können sie ihre Antworten etwa mit dem Skript, dem Lehrbuch oder den Vorlesungsunterlagen vergleichen.
Diese Strategie gilt als deutlich effektiver als passives Wiederholen, also wenn man sich den Lernstoff »nur« immer wieder durchliest, statt etwas »aus dem Kopf« aufzusagen. Auch die Feynman-Technik zählt zum aktiven Abrufen. Gleiches gilt für das Bearbeiten von Altklausuren oder das Selbstabfragen mit Karteikarten im Frage-Antwort-Format.
Ein weiterer Lerntipp ist das sogenannte Interleaved Learning. Dabei wechseln Lernende bewusst zwischen verschiedenen Themengebieten, anstatt sich über Tage oder Wochen mit einem einzigen Fachgebiet zu beschäftigen. Dies ist zunächst anspruchsvoller für das Gehirn, zwingt es jedoch dazu, Unterschiede und Zusammenhänge zwischen den Gebieten aktiv zu verarbeiten. So soll sich das Wissen nachhaltiger im Langzeitgedächtnis verankern und sich in Prüfungssituationen flexibler abrufen lassen.
Dies kann beispielsweise bedeuten, erst zwei Stunden Chemie, dann zwei Stunden Biologie und dann zwei Stunden Arzneiformenlehre zu lernen – natürlich mit Pausen dazwischen.