Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Neuer Tiefstand
-
39 Apotheken in Hessen weniger

Die Apothekenschließungen setzen sich fort: Nach Angabe der Landesapothekerkammer hat sich die Zahl der öffentlichen Apotheken in Hessen im vergangenen Jahr um 39 auf 1350 verringert. Kammerpräsidentin Ursula Funke forderte eine sofortige wirtschaftliche Stärkung der Betriebe, ansonsten sieht sie die wohnortnahe Versorgung in Gefahr.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 12.01.2024  13:15 Uhr
HAV: Negative Folgen für die Patienten und die Volkswirtschaft

HAV: Negative Folgen für die Patienten und die Volkswirtschaft

Auch der Hessische Apothekerverband (HAV) warnte vor den Auswirkungen des Apothekensterbens. Den eingeschränkten Zugang zu Medikamenten spürten die Menschen in ländlichen oder dünn besiedelten Gebieten bereits heute deutlich, da geschlossene Apotheken für sie längere Anfahrtswege bedeuteten. »Schon heute zählen wir Kommunen in Hessen ohne eigene Apotheke. Das ist für die dort lebenden Menschen eine echte Katastrophe«, sagte der HAV-Vorsitzende Holger Seyfarth. Hinzu komme eine spürbare Verzögerung in der Arzneimittelversorgung: Insbesondere Menschen, die rasch Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika benötigten, gerieten ins Hintertreffen. Besonders riskant sei das bei medizinischen Notfällen.

Seyfarth warnte auch vor volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Apothekensterbens. So bedeuteten Apothekenschließungen immer den Verlust von Arbeitsplätzen zu Lasten der lokalen Wirtschaft. »Apotheken zahlen im Verhältnis hohe Gewerbesteuern und tragen zur lokalen Wirtschaft bei. Ihr Wegfall führt zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in den betroffenen Städten und Gemeinden«, so Seyfarth.

Mehr von Avoxa