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Kalenderwoche 22

3,2 Millionen Impfstoffdosen für Haus- und Fachärzte

In der Kalenderwoche 22 (ab dem 31. Mai) wird die Zahl der an die Haus- und Fachärzte ausgelieferten Coronavirus-Impfstoffdosen ansteigen. Insgesamt stehen den Medizinern dann etwa 3,2 Millionen Dosen zur Verfügung. Ursprünglich waren noch mehr erwartet. Der Impfstoff von Astra-Zeneca wird wohl erst verspätet Mitte der Woche eintreffen.
Benjamin Rohrer
24.05.2021  11:02 Uhr

Für die Kalenderwoche 22 müssen die Arztpraxen ihre Impfstoff-Bestellungen bis um 12 Uhr am morgigen Dienstag bekanntgeben. Wie üblich, müssen die Apotheker ihre Bestellungen im Anschluss dann bis um 15 Uhr an den Großhandel weitergegeben haben. Das Präparat Comirnaty® von Biontech/Pfizer wird mit 2,2 Millionen Dosen weiterhin den größten Teil an den ambulant verabreichten Dosen ausmachen. Allerdings waren ursprünglich noch eine größere Menge vorgesehen: 3,3 Millionen Dosen wollten Biontech/Pfizer eigentlich liefern.

Mit etwa 720.000 Dosen wird der Hersteller Johnson&Johnson (Janssen Vaccine ®) die zweitgrößte Impfstoffmenge in der ersten Juniwoche in die Praxen bringen. Bei Astra-Zeneca kommt es zu Unregelmäßigkeiten: Der Hersteller teilte dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) mit, dass seine erwarteten 300.000 Dosen wegen verzögerter Freigaben erst zu Anfang der ersten Juniwoche ausgeliefert würden. In den Praxen werden die Dosen somit erst in der Mitte der Kalenderwoche 22 ankommen.

Vom Covid-19-Impfstoff Comirnaty können für Erstimpfungen bis zu 24 Dosen (4 Vials) geordert werden. Vom Astra-Zeneca-Impfstoff Vaxzevria® können maximal 20 Dosen (2 Vials) für Erstimpfungen bestellt werden. Sofern mit Vaxzevria bereits Zweitimpfungen erfolgen, kann es sein, dass Ärzte möglicherweise keine Impfstoffdosen für Erstimpfungen erhalten, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. Für Janssen Vaccine, den Impfstoff von Johnson & Johnson, gibt es keine Obergrenze. Wenn die Zahl der Ärzte, die bislang Janssen bestellt haben, nahezu konstant bleibt, bekommt jeder Arzt laut KBV rund 25 Dosen (5 Vials).

Sonder-PZN für Vaxzevria-Zweitimpfungen ab 1. Juni

Für Zweitimpfungen verwenden Ärzte weiterhin ein separates Rezept. Sie geben darauf die Anzahl der Dosen an, die sie in der Woche vom 31. Mai bis 6. Juni benötigen, um Patienten unter Einhaltung der empfohlenen Impfabstände zum zweiten Mal impfen zu können. Für diese Bestellungen gibt es keine Obergrenzen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) kündigte gegenüber seinen Mitgliedern an, dass es für Zweitimpfungen mit Vaxzevria eine Sonder-PZN geben werde. Diese werde ab dem 1. Juni zur Verfügung stehen.

Die Kalenderwoche ist die letzte Woche, in der auf Bundesebene die Priorisierung für Impfstoffe gilt. In vielen Bundesländern wurde die Priorisierung bereits gekippt, ab dem 7. Juni soll sie nun bundesweit fallen. Zeitgleich steigen die Betriebsärzte in die Impfkampagne ein. Die PZ hatte bereits ausführlich darüber berichtet, wie und wann die Apotheken die Betriebsärzte beliefern sollen.

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