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Aspirin complex: Lieferengpass ja, Marktrücknahme nein

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Ausgerechnet zum Start der Erkältungssaison ist das beliebte Präparat Aspirin® complex nicht mehr zu bekommen – und ein Ende des produktionsbedingten Lieferengpasses ist noch nicht in Sicht, wie ein Sprecher des Herstellers Bayer der Pharmazeutischen Zeitung auf Nachfrage erklärte. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, wieder vollständig lieferfähig zu sein. Als Grund für den Engpass nennt Bayer «fortlaufende Korrektur- und Modernisierungsmaßnahmen am Produktionsstandort Bitterfeld». Entgegen anderslautender Gerüchte soll Aspirin complex im Markt bleiben. Der Vertrieb von Aspirin complex Heißgetränk dagegen wird zum 15. September dieses Jahres eingestellt, teilte Bayer mit.

Gerüchte über Pläne, wonach demnächst nicht verschreibungspflichtige Präparate mit Pseudoephedrin aufgrund des Missbrauchspotenzials vom Markt genommen oder wieder unter die Verschreibungspflicht fallen sollen, konnten weder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) noch die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) gegenüber der PZ auf Nachfrage nicht bestätigen. Aspirin complex ist seit August 2002 zugelassen. Die Kombination Ibuprofen und Pseudoephedrin wurde erst 2012 aus der Verschreibungspflicht entlassen.

Bereits 2010 hatte der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht am BfArM darüber diskutiert, alle Pseudoephedrin-haltigen Präparate unter die Verschreibungspflicht zu stellen. Dieser Antrag wurde damals mehrheitlich abgelehnt. Die Höchstmenge pro Packung wurde dagegen auf 720 mg begrenzt. Hintergrund ist, dass das Stimulanz aus dem Fertigarzneimittel extrahiert und als Vorstufe zur Herstellung von Metamfetamin (Crystal Meth) genutzt werden kann. Aktuell sei nicht geplant, den Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht oder ein anderes Gremium wieder mit Pseudoephedrin zu befassen, teilte uns das BfArM auf Nachfrage mit. (dh)

 

31.08.2018 l PZ

Foto: PZ/Hüttemann