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Schmerzen: Auch bei Stillenden Selbstmedikation möglich

 

In aller Regel ist die Selbstmedikation mit Schmerzmitteln kein Grund abzustillen. Das betont die Apothekerkammer Niedersachsen und verweist anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni auf die kompetente Beratung durch die Arzneimittelexperten vor Ort. Bei Kopfschmerzen oder einem banalen Infekt sind junge Mütter oft unsicher, ob und wie sich ein verschreibungsfreies Analgetikum auf ihren gestillten Säugling auswirkt. Zwar gehen die meisten Medikamente in die Muttermilch über, doch oft liegt die Konzentration, die beim Baby ankommt, unter der therapeutischen Dosis.

 

Als Mittel der Wahl in der Selbstmedikation von Schmerzen und Fieber in der Stillzeit nennt die Apothekerkammer Ibuprofen und Paracetamol. Sie empfiehlt Stillenden, grundsätzlich eher zu Monopräparaten zu greifen, denn für den Laien sei meist nicht erkennbar, welche Wirkstoffe stillverträglich sind. Neben der persönlichen Beratung in der Apotheke finden stillende Mütter Hinweise zur Verträglichkeit von Medikamenten in der Packungsbeilage sowie unter www.embryotox.de, der Datenbank des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxologie in Berlin.

 

Im Beratungsgespräch sollten Apotheker und PTA nach den Ursachen der Schmerzen fanden. Stillende haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Trinkt die Mutter nicht genug, kann dies Kopfschmerzen auslösen. Auch Schlafmangel kann ein Auslöser sein. Hier gilt der Rat, wann immer möglich, sich selbst hinzulegen, wenn das Baby schläft. Zudem können Fehlhaltungen beim Stillen zu Verspannungen führen. Hier kann die Hebamme oder eine Stillberaterin weiterhelfen. Leichte Kopfschmerzen können auch mit Massagen der Stirn und Schläfen mit Pfefferminz- oder Lavendelöl behandelt werden. Treten die Kopfschmerzen häufig auf, sollte die Frau zum Arzt gehen. (dh)

 

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05.06.2018 l PZ

Foto: Fotolia/jfk_image