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Welt-Hypertonie-Tag: Blutdruckmessen, und zwar richtig!

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Am diesjährigen Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai sollen Patienten mit hohem Blutdruck sensibilisiert werden, wie wichtig eine regelmäßige Blutdruckmessung ist – und wie sie korrekt durchgeführt wird. Fast jeder dritte Mensch in Deutschland hat per Definition einen zu hohen Blutdruck, also über 140/90 mmHg. «Mit jedem Herzschlag kann sich der Blutdruck schon ändern», heißt es auf der Kampagnen-Website der Deutschen Hochdruckliga. Da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt, sei eine regelmäßige Messung unter standardisierten Bedingungen zu festen Zeiten morgens und abends sinnvoll. Die zu Hause gemessenen Werte sollten unter 135/85 mmHg liegen, während beim Arzt die offizielle Grenze bei 140/90 mmHg liegt.

Die Hochdruckliga empfiehlt, die morgendliche Messung vor der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente durchzuführen, um so den Blutdruck in den frühen Morgenstunden zu erfassen. Auch Koffein kann die Messung verfälschen, daher sollte vor dem ersten Kaffee oder Tee gemessen werden. Die Hochdruckliga rät zudem, vor der Messung die Blase zu entleeren.

Körperliche und auch seelische Belastungen sollten 30 Minuten vor der Messung vermieden werden. In jedem Fall sollte der Patient immer erst fünf Minuten zur Ruhe kommen und entspannt, aber aufrecht sitzen. Der Arm, an dem die Messung durchgeführt wird, sollte locker auf dem Tisch liegen, die Füße nebeneinander aufgestellt sein. Die Blutdruckmanschette muss sich auf Herzhöhe befinden, worauf insbesondere bei Messgeräten für das Handgelenk geachtet werden muss. Sie darf nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sitzen. Bei der Handgelenksmessung muss der Unterarm auf Herzhöhe gehalten werden, am besten durch eine passende Unterlage gestützt.

Eine Messung über dünner Kleidung ist kein Problem, dickere Kleidungsstücke wie Pullover sollten ausgezogen werden. Hochgeschobene Ärmel können dagegen zu Blutstauung und Messfehlern führen. Während der Messung sollte der Patient sich nicht bewegen, auch die Finger nicht. Zudem sollte er nicht reden und sich nicht von Musik, Fernseher oder Handy ablenken lassen.

Anfangs sollte der Arzt den Blutdruck an beiden Armen messen. Differenzen bis 10 mmHg sind laut Hochdruckliga bedeutungslos. Der Patient sollte zu Hause immer an der gleichen Seite messen, im Zweifelsfall an dem Arm, bei dem höhere Werte gemessen wurden. «Ein zu häufiges Messen hintereinander verfälscht die Werte», warnt die Hochdruckliga. Sie empfiehlt, falls zweimal gemessen wird, zweimal im Minutenabstand zu messen und den zweiten (meist niedrigeren) Wert zu notieren. Patienten mit Vorhofflimmern oder Arrhythmien sollten dreimal hintereinander im Minutenabstand messen und den Mittelwert dokumentieren. (dh)

 

15.05.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Monika Wisniewska