Herzschwäche-Medikamente: Nebenwirkungen auf einen Blick |

Die Deutsche Herzstiftung gibt in einer aktuellen Mitteilung eine Übersicht über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten, die bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Sie weist zunächst darauf hin, dass etwa ACE-Hemmer, Sartane und Diuretika zu Elektrolytentgleisungen führen können. Gleiches gilt aufgrund seiner Sartan-Komponente auch für den Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor Sacubitril/Valsartan (Entresto®). Insbesondere der Kalium-Spiegel ist zu kontrollieren, weil hier größere Veränderungen zu Herzrhythmusstörungen führen können. Patienten sollten daher daran erinnert werden, dass sie regelmäßig – meist einmal im Quartal – bei ihrem Arzt die Blutwerte kontrollieren lassen sollen.
Die medikamentöse Senkung des Blutdrucks ist ein wichtiges Therapieprinzip bei Herzinsuffizienz, um dadurch das Herz zu entlasten. Wird der Blutdruck jedoch zu stark gesenkt, kann es zu orthostatischen Beschwerden und in der Folge möglicherweise zu Stürzen kommen. Da der Blutdruck bei Messung in der Arztpraxis aufgrund des Weißkittel-Effekts häufig höher ist als zu Hause, droht eine Übertherapie, wenn ausschließlich Messwerte aus der Arztpraxis zur Dosisfindung der Antihypertonika herangezogen werden. Patienten sollen deshalb ihren Blutdruck regelmäßig, jedoch mindestens eine Woche vor dem Arztbesuch mehrmals über den Tag verteilt, zu Hause messen und die Werte dokumentieren, rät die Herzstiftung.
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei gleichzeitiger Anwendung von ACE-Hemmern oder Sartanen zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen. Systemische NSAR sollten daher laut Herzstiftung bei Herzinsuffizienz generell gemieden werden.
Des Weiteren verweist die Herzstiftung auf den Reizhusten als mögliche Nebenwirkung der ACE-Hemmer und darauf, dass sich dieses Problem durch Wechsel auf ein Sartan zumeist beheben lässt. Als weitere Nebenwirkung der ACE-Hemmer erwähnt sie das Angioödem, das zwar selten ist, aber potenziell lebensbedrohlich, weshalb Patienten davon zumindest schon einmal gehört haben sollten. Bei entsprechenden Symptomen - Schwellung der Haut im Gesicht, an Händen, Armen, Beinen oder Füßen beziehungsweise der Schleimhaut von Zunge, Rachen und Kehlkopf – sollten Patienten ohne zu zögern den Notarzt rufen.
Betablocker können bei abruptem Absetzen zu überschießenden Reaktionen wie Rhythmusstörungen oder Herzrasen führen. Sie sollten daher nicht auch nur vorübergehend einfach mal weggelassen werden, lautet der nächste Tipp der Herzstiftung. Last but not least macht sie auf eine mögliche Nebenwirkung des Aldosteron-Antagonisten Spironolacton aufmerksam, die Patienten, ohne darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, nicht in Zusammenhang mit der Medikation bringen: die schmerzhafte Brustschwellung. Diese könne bei Männern und Frauen auftreten und lasse sich in vielen Fällen problemlos dadurch umgehen, dass auf den alternativen Aldosteron-Antagonisten Eplerenon umgestiegen wird. (am)
15.03.2018 l PZ
Foto: Fotolia/Fisher Photostudio