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Hämoxygenase-1: Neuer Immun-Checkpoint entdeckt?

 

Das Enzym Hämoxygenase-1 (HO-1), das in verschiedenen Tumorarten aktiv ist, könnte einen neuen Ansatzpunkt zur Immuntherapie bei Krebs darstellen. Forscher um Tamara Muliaditan vom King’s College in London fanden heraus, dass HO-1 die durch eine Chemotherapie ausgelöste, gegen den Krebs gerichtete Immunreaktion hemmt. Schalteten die Wissenschaftler HO-1 bei Mäusen mit einer aggressiven Form des Brustkrebses entweder durch den Arzneistoff Zinn-Mesoporphyrin (SnMP) oder durch Genmanipulation aus, erhöhte das die Wirksamkeit des Zytostatikums 5-Fluorouracil (5-FU) beträchtlich. Im Fachjournal «Clinical Cancer Research» äußern sie sich optimistisch, möglicherweise einen neuen Checkpoint zur Krebs-Immuntherapie entdeckt zu haben.

 

Um die Rolle von HO-1 bei der Chemotherapie-induzierten Immunantwort zu verstehen, darf der Tumor nicht isoliert betrachtet werden. HO-1 wird als Reaktion auf eine Chemotherapie nämlich nicht von den Krebszellen selbst, sondern von Makrophagen freigesetzt, die sich im Tumorgewebe aufhalten und damit zu dessen sogenanntem Mikromilieu gehören. Aus Gewebeproben von Brustkrebs-Patientinnen wussten die Autoren, dass der Nachweis von HO-1 im Tumor mit einer schlechten Prognose einhergeht.

 

SnMP, ein Arzneistoff, der ursprünglich zur Therapie der Neugeborenen-Gelbsucht entwickelt wurde, hemmt HO-1. Im Mausmodell zeigte die Kombination aus 5-FU und SnMP eine Wirksamkeit, die der von PD-1-Inhibitoren vergleichbar war. Die Forscher wollen den neuen Ansatz nun in klinischen Studien weiter untersuchen. (am)

 

DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-17-2587

 

23.01.2018 l PZ

Foto: Fotolia/mgkuijper