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Erkältung: Was bringt heiße Luft?

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Manche Erkältungspatienten schwören darauf, andere lehnen dankend ab. Und die Wissenschaft weiß nicht so recht: Wasserdampfinhalationen sind ein altes Hausmittel bei gewöhnlicher Erkältung, aber die Datenlage ist mäßig, konstatiert ein Cochrane-Review, das die Analyse von 2013 auf den aktuellen Stand bringt.

Die Fachleute untersuchten sechs randomisierte, doppelblinde Studien, die zwischen 1987 und 1995 in englischer Sprache veröffentlicht wurden. Neuere Daten fanden sie nicht. In allen Studien verwendeten die insgesamt 387 Patienten den RhinoTherm-Inhalator. Ob die Inhalation dem Patienten nützt, war aufgrund der heterogenen Ergebnisse nicht zu entscheiden. Immerhin berichtete keine Studie über eine Verschlechterung der klinischen Symptome. In einer Studie wurde die Rhinovirus-Freisetzung aus der Nasenschleimhaut mittels Nasalspülung gemessen – ohne einen Effekt der Inhalation zu finden. Dafür wurden in einigen Studien über leichte Nebenwirkungen wie Irritation der Nase und Unbehagen berichtet.

In Summe bewerten die Autoren die Qualität der Evidenz als gering und schließen mit der bekannten Forderung: Nötig seien weitere doppelblinde randomisierte Studien mit standardisierten Behandlungsabläufen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Bis diese Daten vorliegen, können Schnupfenpatienten, die das mögen, weiter inhalieren. (bmg)

 

DOI: 10.1002/14651858.CD001728.pub6

 

05.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/absolutimage