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Nebenwirkungen: Es lohnt sich, Statine weiter einzunehmen

 

Viele Patienten beenden eine Statin-Therapie, wenn Nebenwirkungen auftreten. Doch wer dran bleibt, hat einen größeren Nutzen als Schaden. Das legt jetzt eine Kohortenstudie nahe, für die die Daten von mehr als 28.000 Patienten unter Statin-Therapie aus zwei Bostoner Krankenhäusern ausgewertet wurden. Etwa 30 Prozent brachen die Einnahme aufgrund von Nebenwirkungen ab. Fast 20.000 Patienten nahmen die Cholesterol-Senker weiter ein. Diese Patienten hatten im Vergleich zu den Statin-Abbrechern in den folgenden zehn Jahren ein geringeres Sterberisiko und Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle (12,2 Prozent versus 13,9 Prozent), schreiben die Autoren um Dr. Alexander Turchin vom Brigham and Women's Hospital in Boston heute im Fachjournal «Annals of Internal Medicine».

In einer Subgruppenanalyse von rund 7600 Patienten zeigte sich außerdem, dass die Adhärenz höher lag, wenn die Patienten nach einer Nebenwirkung das Statin wechselten. Auch wenn es bei 26,5 Prozent unter dem zweiten Statin ebenfalls zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen kam, führten mehr als 84,2 Prozent der Patienten die Therapie fort. Das lasse darauf schließen, dass es sich nicht um schwerwiegende Effekte handelte, schließen die Forscher.

Überhaupt würden die Nebenwirkungen von Statinen in der Öffentlichkeit überschätzt. Professor Dr. Steven E. Nissen, Kardiologe an der Cleveland Clinic in Ohio, kritisiert in einem begleitenden Editorial die negative Stimmungsmache gegenüber Statinen, vor allem im Internet. Er erinnert daran, dass es sich um Medikamente handelt, die Millionen Leben retten bei relativ milden Nebenwirkungen, die sich zudem durch Dosisreduktion oder einen Wirkstoff-Wechsel häufig vermeiden lassen.

Tatsächlich ließen einige Studien der vergangenen Jahren Zweifel aufkommen, ob angebliche Statin-Nebenwirkungen tatsächlich auf das Konto der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer gehen oder anderen Risikofaktoren der Patienten bis hin zu Nocebo-Effekten geschuldet sind. (dh)

DOI: 10.7326/M16-0838 (Studie)

DOI:  10.7326/M17-1566  (Editorial)

 

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25.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Stockfotos-MG