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Statine: Doch kein Risiko für Polyneuropathien?

 

Die Einnahme von Statinen erhöht einer neuen dänischen Studie zufolge nicht wie bislang vermutet das Risiko, eine Polyneuropathie zu entwickeln. Die Daten stellten die Studienautoren am Wochenende beim Kongress der European Academy of Neurology vor. Sie widersprechen damit einer ebenfalls in Dänemark durchgeführten Studie, die 2002 zu dem Ergebnis kam, dass Patienten unter Statin-Einnahme gegenüber der Normalbevölkerung ein 14-fach erhöhtes Risiko für eine Polyneuropathie haben. Die Inzidenz war jedoch gering.

Eine solche Risikorelation konnten die Forscher unter Leitung von Professor Dr. David Gaist, der Erstautor der Studie aus dem Jahr 2002 war, bei der Auswertung mit deutlich höheren Fallzahlen aus den Jahren 1999 bis 2013 nicht finden. Nach dem Ausschluss von Patienten mit Diabetes, hohem Alkoholkonsum und anderen anerkannten Risikofaktoren für Polyneuropathie identifizierte das Team 370 Patienten mit gesicherter Polyneuropathie-Diagnose, aber unbekannter Ursache. Bei diesen Patienten wurde die Statin-Einnahme mit jener von 7.400 Personen in der Kontrollgruppe verglichen.

«In unserer Studie zeigt sich kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und dem Auftreten von Polyneuropathien», fasst Erstautor Dr. Toke de Koning Svendsen von der Universitätsklinik Odense zusammen. Das habe sich auch in Analysen, in denen Dosis und Dauer der Behandlung berücksichtigt wurde, bestätigt. «Wir müssen allerdings einen Vorbehalt vorbringen, nämlich, dass wir Patienten mit Diabetes oder anderen Risikofaktoren für Polyneuropathie nicht eingeschlossen haben.» Die Daten sind noch nicht in einem renommierten Fachmagazin veröffentlicht. (dh)

29.06.2017 l PZ

Foto: Fotolia/koszivu