EU-Vergleich: Mitbürger, esst mehr Obst und Gemüse! |

Wie schneiden die Deutschen mit ihrem Gesundheitsverhalten im europäischen Vergleich ab? So lala, könnte man sagen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) liefert neue Daten aus Deutschland, die dank einheitlicher Erhebungsmethoden einen europaweiten Vergleich erlauben. Grundlage ist die langjährige Studienreihe «Gesundheit in Deutschland aktuell» (GEDA) mit den Daten aus 2014/2015, die nun erstmals mit der europäischen Gesundheitsumfrage EHIS kombiniert wurde. «Aus den Ergebnissen lassen sich Hinweise auf die Wirkung gesundheitspolitischer Maßnahmen ableiten und Ansätze zur Gesundheitsförderung identifizieren», erklärt das RKI heute in einer Pressemitteilung. Zum Beispiel seien in Deutschland mehr verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen notwendig, um gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum zu verringern.
Demnach liegt Deutschland in Bezug auf die Adipositasprävalenz und Raucherquoten relativ nah am EU-Durchschnitt. Als problematisch bezeichnet der Report dagegen den geringen Obst- und Gemüsekonsum, vor allem bei den jüngeren Befragten, sowie das Rauschtrinken (mehr als sechs oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit). «Zu wenig Bewegung, Fehlernährung, Rauchen und gesundheitsriskanter Alkoholkonsum gehören zu den wichtigsten Gründen für nicht übertragbare, chronische Krankheiten», mahnt daher RKI-Präsident Professor Dr. Lothar H. Wieler. Vorbildlich sind die Bundesbürger dagegen bei der körperlichen Aktivität. Detaillierte Angaben sind im «Journal of Health Monitoring» veröffentlicht. (dh)
DOI: 10.17886/RKI-GBE-2017-024
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14.06.2017 l PZ
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