Kniearthrose: Chondroitinsulfat genauso wirksam wie NSAR |

Chondroitinsulfat in pharmazeutischer Qualität reduziert vergleichbar gut die Schmerzen und verbessert die Gelenkfunktion bei Osteoarthritis im Knie (Kniegelenksarthrose) wie der häufig verschriebene Cyclooxygenasehemmer Celecoxib. Die Effektivität und das überlegene Sicherheitsprofil machen Chondroitinsulfat bei langfristigem Einsatz sogar zur besseren Alternative, insbesondere für ältere Patienten, schreiben jetzt Forscher aus Belgien, der Schweiz, Polen und Prag im Journal «Annals of the Rheumatic Diseases».
Das Team um Professor Dr. Jean-Yves Reginster von der Universität Liège führte eine klinische Studie mit 604 Patienten mit Kniegelenksarthrose über sechs Monate durch. Die Probanden erhielten entweder 800 mg Chondroitinsulfat plus Placebo (deklariert als Celebrex 200 mg) oder 200 mg Celecoxib plus Placebo oder in der dritten Gruppe zwei Placebo-Tabletten. Die Wissenschaftler betonen, dass es sich beim Verum um hoch gereinigtes Chondroitinsulfat in pharmazeutischer Qualität handelte und nicht um ein Nahrungsergänzungsmittel.
Nach einem Monat hatten sich Schmerz und Gelenkfunktion in allen drei Gruppen signifikant verbessert und der Effekt hielt bis zum Studienende an. Nach drei und sechs Monaten war der Effekt unter Chondroitin plus Placebo oder Celecoxib plus Placebo jedoch deutlich höher. Die Gelenkfunktion verbesserte sich unter dem COX-2-Hemmer etwas schneller. Alle drei Behandlungsoptionen stuften die Forscher als sicher ein. Angesichts der Risiken einer langfristigen Einnahme von NSAR favorisieren die Autoren jedoch Chondroitinsulfat als Mittel der Wahl bei Kniegelenksarthrose. Eine allgemeingültige Empfehlung lässt sich allerdings daraus nicht ableiten, zumal die Studie vom Hersteller eines schweizerischen Chondroitinsulfat-Produkts gesponsert wurde. (dh)
DOI: 10.1136/annrheumdis-2016-21086
23.05.2017 l PZ
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