Verwechslungsgefahr: Luer-System wird umgestellt |

Da es in der Vergangenheit teilweise zu schweren Zwischenfällen durch Fehlverbindungen von Medizinprodukten mit Luer-Konnektoren kam, sollen diese universellen Verbindungsstücke nun umgestellt werden. Das berichtet die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Das Luer-System ließ bislang beliebige Verbindungen zwischen Spritzen, Kanülen, Kathetern, Infusionsschläuchen, Mehrwegehähnen und anderen Medizinprodukten zu. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird es nun vier Systeme mit spezifischen Anschlüssen für die jeweilige Anwendung geben: für die enterale Ernährung (zum Beispiel Magensonden), für die neuroaxiale Anwendung (zum Beispiel Spinalanästhesie), für Atemsysteme (zum Beispiel Gasanalyse) und für die plethysmografische Blutdruckmessung, bei der Volumenschwankungen des Blutes erfasst werden. Für transdermale und intravaskuläre Anwendungen bleibt es bei den bisherigen Luer-Lock-Verbindungsstücken.
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu fehlerhaften Verbindungen, zum Beispiel wurden enterale Lösungen in einen venösen Zugang geleitet. Das soll mit den neuen Systemen nicht mehr passieren. Allerdings weist die AkdÄ darauf hin, dass in der Umstellungs- und Anfangsphase neue Risiken bestehen, zum Beispiel durch mangelnde Verfügbarkeit bestimmter Konnektoren, durch noch parallel vorhandene Verbindungssysteme in Arztpraxen und Krankenhäusern oder durch Verwechslungen wie bei der Wahl der passenden Spritze bei der Vorbereitung der Medikamentengabe. «Die Umstellung sollte daher gut geplant und vorbereitet erfolgen und von einem Qualitäts- beziehungsweise Risikomanagement begleitet werden», rät die AkdÄ. Informationsmaterial zum Umstellungsprozess gibt es auf der Webseite des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. (dh)
Informationen zur Umstellung (externer Link)
25.01.2017 l PZ
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