Gefährlicher Trend: Immer mehr Menschen sind adipös |

Die Zahl der fettleibigen Menschen auf der Erde hat sich in den vergangenen 40 Jahren mehr als versechsfacht. Hält dieser Trend an, könnte nach Einschätzung eines britischen Forscherteams im Jahr 2025 rund ein Fünftel der Weltbevölkerung adipös sein. Eine entsprechende Studie wurde jetzt im Fachjournal «The Lancet» veröffentlicht.
Die Wissenschaftler um Professor Dr. Majid Ezzati vom Imperial College in London fassen darin die Daten aus etwa 1700 populationsbasierten Studien zusammen, die zwischen 1975 und 2014 durchgeführt wurden. Insgesamt flossen in die Auswertung Angaben zum Body Mass Index (BMI) von fast 2 Millionen Menschen ein.
Das Ergebnis: Während im Jahr 1975 noch etwa 105 Millionen Menschen als adipös (BMI > 30 kg/m²) galten, stieg die Zahl bis zum Jahr 2014 auf rund 641 Millionen. 2014 waren etwa jeder zehnte Mann und mehr als jede siebte Frau fettleibig. 1975 waren es noch jeder dreißigste Mann und jede fünfzehnte Frau.
Der durchschnittliche BMI ist nach Angaben der Forscher im betrachteten Zeitraum bei beiden Geschlechtern um mehr als 2 kg/m² gestiegen. Umgerechnet bedeutet diese Entwicklung eine Zunahme des durchschnittlichen Körpergewichts um 1,5 kg pro Dekade, schreiben Ezzati und Kollegen.
Gleichzeitig warnen sie davor, die gesundheitlichen Folgen starken Untergewichts (BMI < 18,5 kg/m²) aus den Augen zu verlieren. Das sei in vielen armen Nationen nach wie vor ein Problem. Demnach weise etwa ein Viertel der Bevölkerung Südasiens ein zu geringes Körpergewicht auf.
«Vor 40 Jahren war die Prävalenz für Untergewicht im Vergleich zu Übergewicht noch etwa doppelt so hoch. Heute gibt es dagegen mehr fettleibige als untergewichtige Menschen», fasst Ezzati die Resultate zusammen. «Wir brauchen dringend neue Strategien, um diese Entwicklung zu verlangsamen oder sogar zu stoppen.» (cm)
DOI: 10.1016/S0140-6736(16)30054-X
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01.04.2016 l PZ
Foto: Fotolia/Olivier Le Moal