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Auf psychische Störungen folgen chronische Schmerzen

 

Mehr als 25 Prozent der Jugendlichen haben bereits chronische Schmerzen und eine psychische Störung hinter sich. Letztere gehen den Schmerzen dabei häufig voraus. Das berichten Forscher der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum im Fachmagazin «Journal of Pain».

 

Für ihre Studie verwerteten die Wissenschaftler stichprobenartig die Daten von 6483 US-amerikanischen Teenagern zwischen 13 und 18 Jahren. Dabei stellten die Forscher fest, dass 25,9 Prozent dieser Jugendlichen im Laufe ihres Lebens unter chronischen Schmerzen wie zum Beispiel Rücken-, Nacken und Kopfschmerzen sowie mindestens einer psychischen Störung gelitten haben. Zu allen in der Studie berücksichtigen psychischen Störungen, sprich affektiven Störungen, Angststörungen, Verhaltensstörungen, substanzinduzierten Störungen und Essstörungen, konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zu den chronischen Schmerzerkrankungen feststellen. Dabei seien die psychischen Störungen den chronischen Schmerzen meist vorausgegangen: Auf affektive Störungen wie Depressionen sowie Verhaltensstörungen folgten häufig Kopfschmerzen, auf Angststörungen chronische Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen.  

 

Laut Pressemitteilung der Universität Basel konnte in der Studie nicht berücksichtigt werden, ob und wie psychische Störungen und chronische Schmerzen kausal zusammenhängen. «Die gefundenen zeitlichen Zusammenhänge können nur erste Hinweise darauf geben, dass psychische Störungen ursächliche Risikofaktoren für chronische Schmerzen sein könnten. In zukünftigen Studien sollten vor allem die zugrundeliegenden biologischen und psychologischen Mechanismen identifiziert werden, um interdisziplinäre Präventions- und Behandlungsansätze zu entwickeln», so Marion Tegethoff, Erstautorin der Studie. Dann sei es möglich, frühzeitig ungünstige Langzeitfolgen von psychischen Störungen zu vermeiden und chronischen Schmerzen vorzubeugen. (ke)

 

DOI: 10.1016/j.jpain.2015.06.009

 

08.10.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Doreen Salcher