Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Baden-Württemberg: Notdienste besser kommunizieren

 

Die Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eine Regelung zur Information über ärztliche und apothekerliche Notdienste gefunden. «Hier muss die Kommunikation zwischen Arzt und Apotheker verbessert werden», betonte Dr. Günther Hanke, Präsident der LAK Baden-Württemberg, bei der heutigen Vertreterversammlung in Stuttgart. «Klares Ziel ist es, die Patientenversorgung zu verbessern.»

 

Wie Hanke berichtete, wird der online-Kalender der Notdienstapotheken erweitert um die Notfallarztpraxen. Dieser Service soll im Sommer online gehen. Dann seien aktuelle Informationen zu Notfallapotheken und -praxen im regionalen Umfeld per Mausklick erhältlich. Für die Aktualisierung der Arztdaten sei die KV zuständig. Dies sei in einem Gespräch zwischen LAK und KV auf höchster Ebene vereinbart und in einem «Letter of Intend» festgehalten worden. In diesem Papier seien alle Schritte enthalten, um die Zusammenarbeit der Gremien zu verbessern, erklärte Hanke vor den Vertretern. Vorgesehen ist, dass Apotheken die Patienten über die nächstgelegene Notfallpraxis informieren und dort wiederum Kontakt aufgenommen wird mit der nächstgelegenen Notdienst-Apotheke. So könne die Praxis zum Beispiel vorab Fragen oder die Lieferfähigkeit der Apotheke klären, um dem Patienten unnötige Wege zu ersparen.

 

Hanke bekräftigte die Position des Kammervorstands, der sich klar für den flächendeckenden dezentralen Apotheken-Notdienst im Land ausspricht. Derzeit gebe es 93 Notdienstkreise mit 150 bis 170 diensthabenden Apotheken rund um die Uhr. Auch die feste Einbindung der örtliche Notdienstsprecher müsse erhalten bleiben.

 

Virulent geworden war das Problem, da die Ärzteschaft ihren Notdienst auf nur noch 90 zentrale Notdienstpraxen im Land konzentriert hat. Dadurch ergaben sich teils weite Wege für die Patienten zwischen Arztpraxis und Apotheke. Die Ärzte hätten bereits «abenteuerliche Vorstellungen» entwickelt, um den Patienten diese Wege zu ersparen, berichtete Hanke. Wünschenswert sei es, dass künftig an Wochenende und Feiertagen möglichst eine Apotheke in der Nähe einer zentralen Notfallpraxis Dienst haben soll. (bmg)

 

Zum online-Kalender der Notdienstapotheken

 

09.07.2015 l PZ

Foto: ABDA