Riesen-Bärenklau: Hautkontakt vermeiden |

Spaziergänger und Gartenbesitzer sollten Hautkontakt mit dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) möglichst vermeiden. Darauf hat die Landwirtschaftskammer Saarland hingewiesen. Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und wächst in ganz Deutschland etwa in Parks, Gärten oder an Straßenrändern. Sie wurde im 19. Jahrhundert aus dem Kaukasus nach Deutschland gebracht und gilt wegen ihrer starken Ausbreitung als sogenannter invasiver Neophyt.
Der Saft der Pflanze enthält wie der einiger anderer Doldenblütler sogenannte Furanocoumarine – photosensibilisierende Stoffe, die den natürlichen UV-Schutz der Haut stören. «Bei Hautkontakt mit dem Riesen-Bärenklau in Verbindung mit Sonnenlicht treten leichte bis schwere Verbrennungen auf», warnt die Behörde. Rötungen, Entzündungen und Blasenbildung könnten noch bis zu drei Tage nach dem Berühren der Staude auftreten. «Der Heilungsprozess dauert zudem sehr lange, oft mehrere Wochen.»
Die Kammer rät deshalb, bei versehentlichem Kontakt mit dem Pflanzensaft die Haut schnell mit Wasser und Seife abzuspülen und die betroffenen Hautareale in den folgenden Tagen mit Kleidung zu bedecken. Auch in den Wochen und Monaten danach sollten die Stellen mit Sonnencreme geschützt werden, so die Behörde weiter.
Wer die Pflanze im eigenen Garten findet und sie entfernen will, sollte der Landwirtschaftskammer zufolge einige Schutzmaßnahmen befolgen. So sollten Verbraucher die Pflanzen am besten an einem bewölkten Tag oder abends entfernen, dabei wasserabweisende Kleidung und Handschuhe tragen, und auch Mund und Augen schützen. Beim Ausgraben muss die Wurzel des Riesen-Bärenklaus mindestens 10 Zentimeter unter der Erdoberfläche durchstochen werden.
Auf Häcksler und Rasenmäher sollten Privatgärtner der Behörde zufolge lieber verzichten, da so zerkleinertes Pflanzenmaterial nur unnötig verbreitet wird. Ausgegrabene Pflanzen sollten am besten mit der Schnittstelle nach oben gelagert werden, da sie sonst neu wurzeln könnten. Zum Einsatz von Herbiziden rät die Kammer nur bedingt, da so umliegende Pflanzen geschwächt werden und sich der Riesen-Bärenklau dort noch leichter ausbreiten kann. Tritt die Pflanze massenhaft auf großen Flächen auf, hat sich der Behörde zufolge die Beweidung durch Schafe oder Ziegen bewährt. (ah)
23.06.2015 l PZ
Foto: Fotolia/dehee