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Creme und Salbe: Begriffe sauber trennen

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Die Begriffe Creme und Salbe sind aus pharmazeutischer Sicht keine Synonyme und sollten von Ärzten und Apothekern differenziert verwendet werden. Das empfiehlt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in einer Pressemeldung. Beide Medikamente zur Anwendung auf der Haut bezeichneten definierte Grundlagen mit unterschiedlichen Eigenschaften. «Werden die Begriffe nicht einheitlich verwendet, sind Missverständnisse unvermeidlich», sagt Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer und Vorsitzender der DAC/NRF-Kommission.

 

Cremes sind Grundlagen aus Öl und Wasser mit unterschiedlichen Eigenschaften. Wasserbasierte Cremes werden als Öl-in-Wasser-Cremes beziehungsweise O/W-Cremes bezeichnet, fettbasierte hingegen als Wasser-in-Öl-Cremes oder W/O-Cremes. Die Eigenschaften der verschiedenen Arzneigrundlagen unterscheiden sich: Eine O/W-Creme ist kühlend, eine W/O-Creme nicht. Salben enthalten nach pharmazeutischer Definition kein Wasser, können aber je nach Zusammensetzung Wasser aufnehmen.

 

Alle Grundlagen hätten auch ohne Wirkstoffzusatz eine Eigenwirkung auf Hauterkrankungen und sollten deshalb nicht getauscht werden, heißt es in der Pressemeldung weiter. Der Arzt wähle die Grundlage deshalb nach dem individuellen Hautzustand des Patienten aus.

 

Rolf Daniels, Professor für Pharmazeutische Technologie in Tübingen und Mitglied der DAC/NRF-Kommission, beschreibt die praktische Bedeutung: «Wenn der Arzt eine akut entzündliche Hautpartie behandeln will, wird er in der Regel eine wasserreiche, kühlende Creme verordnen. Aber Creme ist nicht gleich Creme. Zum Beispiel handelt es sich beim Fertigarzneimittel ‹Volon A Creme› um eine kühlende O/W-Creme. Das Fertigarzneimittel ‹TriamCreme Lichtenstein› ist hingegen eine W/O-Creme und damit weniger geeignet für akut entzündliche Hautpartien.» Diese beiden Medikamente sollten daher im Rahmen eines Rabattvertrags nicht ausgetauscht werden, obwohl sie den gleichen Wirkstoff enthalten und beide als Cremes bezeichnet werden, so Daniels. Dank der Expertise des Apothekers könne hier die Arzneimitteltherapiesicherheit gewährleistet werden. (ke)  

 

31.03.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Contrastwerkstatt