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Psoriasis: Zwei neue Medikamente in der EU zugelassen

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Die Europäische Kommission hat gleich zwei neue Arzneimittel gegen Schuppenflechte (Psoriasis) zugelassen: Den monoklonalen Antikörper Secukinumab (Cosentyx® von Novartis) und den selektiven Phosphodiesterase-4-Hemmer Apremilast (Otezla® von Celgene). Apremilast kann darüber hinaus auch bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden. Nach Angaben von Novartis ist etwa die Hälfte aller Psoriasis-Patienten nicht zufrieden mit den bisherigen Therapiemöglichkeiten. In Europa seien rund 3,7 Millionen Menschen betroffen, davon 2,4 Millionen mit einer moderaten bis schweren Form.

Secukinumab ist laut Novartis das einzige Biological in der systemischen Erstlinien-Therapie der moderaten bis schweren Psoriasis. In mehreren Phase-III-Studien erreichten mehr als 70 Prozent der behandelten Patienten ein klares oder fast klares Hautbild innerhalb von 16 Wochen. Der Effekt hielt bei Fortführung der Behandlung über ein Jahr an. In Vergleichsstudien war Secukinumab Ustekinumab (Stelara®) und Etanercept (Enbrel®) in Wirksamkeit überlegen und zeigte ein besseres Sicherheitsprofil.

Der Antikörper neutralisiert Interleukin-17A, das in hohen Konzentrationen an entzündeten Hautstellen von Psoriasis-Patienten vorkommt. Eine Zulassungserweiterung für andere Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis wie Psoriasis-Arthritis und ankylosierender Spondylitis ist geplant.

Apremilast ist nach Angaben von Celgene das erste oral verfügbare Medikament gegen Psoriasis, das in den vergangenen 20 Jahren in der Europäischen Union zugelassen wurde. Es ist für erwachsene Patienten gedacht, die auf andere orale systemische Therapien wie Methotrexat oder Ciclosporin bislang nicht ansprachen, diese nicht vertragen haben oder eine Kontraindikation aufweisen. Außerdem kann Apremilast bei erwachsenen Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis allein oder in Kombination mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) eingesetzt werden, wenn eine alleinige Therapie mit DMARD zuvor nicht anschlug oder nicht vertragen wurde.

Auch schwierig zu behandelnde Hautareale wie Nägel und Kopfhaut würden gut auf eine Therapie mit dem PDE4-Hemmer ansprechen, so Celgene. In den Studien wurde der Arzneistoff insgesamt gut vertragen, sodass keine Routine-Laboruntersuchungen während der Therapie erforderlich sind. Am häufigsten traten Durchfall, Übelkeit, Infekte der oberen Atemwege und Kopfschmerzen auf, meist in milder Form. Die Nebenwirkungen traten vor allem in den erste zwei Behandlungswochen auf und ließen dann nach. (dh)

 

20.01.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Farina3000