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Empfängnisverhütung: Neue Spirale mit weniger Hormonen

Mit Jaydess® von Jenapharm kam zum 1. März ein weiteres Levonorgestrel-freisetzendes Intrauterinsystem (LNG-IUS) auf den Markt. Es ist wie das wirkstoffgleiche Mirena® zur Empfängnisverhütung zugelassen, anders als Mirena aber nicht zur Behandlung der Hypermenorrhoe. Jaydess unterscheidet sich zudem in einigen weiteren Punkten vom Erstanbieter Mirena.

 

Während die Liegedauer bei Mirena maximal fünf Jahre beträgt, bietet Jaydess lediglich einen Empfängnisschutz von bis zu drei Jahren Dauer. Allerdings ist das neue IUS mit einem Gesamtgehalt von 13,5 mg Levonorgestrel auch deutlich niedriger dosiert als Mirena mit 52 mg LNG. Die täglich freigesetzte Hormonmenge beträgt initial 14 µg (Mirena: 20 µg); sie nimmt im Verlauf der Anwendung auf 5 µg ab, sodass sich die systemische Levonorgestrel-Belastung gegenüber Mirena um bis zu 50 Prozent reduziert. Vor allem für jüngere Frauen mit schmalem Uterus und für Frauen, die noch kein Kind geboren haben (Nullipara), dürfte Jaydess aufgrund seiner geringeren Größe Vorteile bieten: Das Einführen des Intrauterinpessars soll weniger schmerzhaft sein als bei Mirena. Allerdings liegen für Nullipara noch vergleichsweise wenige Erfahrungen vor, sodass Jaydess bei ihnen nicht als erste Wahl angesehen wird.

 

Die kontrazeptive Wirkung von Jaydess ist gut. Nach drei Jahren lag die kumulative Versagerquote bei etwa 0,9 Prozent. Somit wurden 0,9 von 100 Frauen, die Jaydess anwendeten, innerhalb von drei Jahren schwanger. Kommt es trotz Hormonspirale zu einer Empfängnis, so ist mit einem erhöhten Risiko einer ektopischen Schwangerschaft zu rechnen. Deren Gesamtinzidenz lag in klinischen Studien unter Jaydess bei circa 0,11 pro 100 Frauenjahre, ist also sehr selten. Da eine ektopische Schwangerschaft Auswirkungen auf die spätere Fertilität haben kann, sollte vor Anwendung von Jaydess eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, insbesondere bei nulliparen Frauen. In den ersten Anwendungsmonaten sind unregelmäßige Blutungen und Schmierblutungen häufig zu erwarten. Danach führt die starke Unterdrückung der Endometrium-Proliferation zu kürzeren und schwächeren Menstruationsblutungen, die sich nicht selten zu einer Oligomenorrhoe oder Amenorrhoe entwickeln können.

 

LNG-haltige Hormonspiralen wie Jaydess können, da sie estrogenfrei sind, auch bei Frauen eingesetzt werden, bei denen das Risiko einer venösen Thromboembolie erhöht ist. (rt)

 

10.03.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Forgiss