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Multiple Sklerose: Zusätzliche Therapie-Option

 

In Kürze steht in der EU ein weiteres oral anwendbares Präparat zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zur Verfügung: die Firma Biogen Idec hat Anfang Februar die Zulassung für Tecfidera (Dimethylfumarat) zur Behandlung von Patienten mit rezidivierend-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) erhalten. In den USA wurde das immunmodulierende Medikament bereits im März vergangenen Jahres zugelassen. Tecfidera® ist, neben Gilenya® (Fingolimod) von Novartis und Aubagio® (Teriflunomid) von Sanofi, das dritte Präparat für diese Indikation.

 

Dimethylfumarat beeinflusst das Immunsystem, indem es unter anderem den sogenannten NF-E2-related factor 2 aktiviert, der für den Abbau beschädigter Eiweiße sowie von Stickstoffoxid zuständig ist. In den zulassungsrelevanten klinischen Studien DEFINE, CONFIRM sowie in der laufenden Erweiterungsstudie ENDORSE konnte gezeigt werden, dass Tecfidera bei MS-Patienten in einer oralen Dosis von zwei bis dreimal täglich 240 mg sowohl die jährliche Schubrate als auch das Fortschreiten des Behinderungsgrads auf der EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) reduziert. Auch die Anzahl der Läsionen im MRT verringerte sich.

 

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen, die besonders zu Beginn der Behandlung auftraten, waren Flush (Wärme und Rötung) und gastrointestinale Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Darüber hinaus wurden Blutbildveränderungen beobachtet, unter anderem ein Abfall der Lymphozyten, sowie ein potenzieller Anstieg der Leberwerte.

 

Dimethylfumarat ist übrigens altbekannt: Unter dem Handelsnamen Fumaderm® wird der Wirkstoff, in Kombination mit Ethylhydrogenfumarat, bereits seit langem zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Formen der Psoriasis vulgaris eingesetzt, sofern der Patient auf eine äußerliche Therapie nicht ausreichend anspricht. In die Kritik geraten ist die Preispolitik von Biogen Idec: Als Mittel gegen MS soll der altbekannte Wirkstoff zwanzigmal so viel kosten wie als Psoriasismittel. (rt)

 

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Wirkstoffprofil Fingolimod (Gilenya® / 2011) und Teriflunomid (Aubagio® / 2013) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

07.02.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Alex White (Symbolbild)