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Schrumpelfinger: Doch kein Sinn?

 

Das Phänomen, dass Finger beim langen Schwimmen oder Baden schrumpelig werden, hat entgegen bisheriger Annahmen doch keinen speziellen Sinn: Feuchte Gegenstände lassen sich mit Schrumpelfingern nicht besser greifen als mit trockenen Händen. Auch auf den Tastsinn haben die Rillen an den Fingerkuppen keinen Einfluss. Das behaupten nun Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin in Berlin-Buch im Fachjournal «Plos».

 

Vor genau einem Jahr waren britische Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass sich nasse Gegenstände mit schrumpeligen Fingern besser greifen lassen. Sie schlossen daraus einen evolutionären Vorteil beim Sammeln von Nahrung in Gewässern. Das könnten die Berliner Wissenschaftler um Professor Gary R. Lewin trotz identischen Versuchsaufbaus nicht bestätigen, heißt es in einer Pressemitteilung des MDC.

 

Für die Berliner Studie ließen Julia Haseleu und Damir Omerbasic die Finger von 40 Personen schrumpelig werden. Damit mussten diese insgesamt 52 nasse und trockene Objekte wie Glasmurmeln, Messinggewichte oder Gummibälle von einer Schachtel in eine andere mit einer nur fünf Zentimeter großen Öffnung bugsieren. Im Anschluss daran führten die Freiwilligen das Experiment mit trockenen Fingern aus, bei denen sich die Rillen zurückgebildet hatten, so das MDC.

 

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Fingerfertigkeit der Probanden bei beiden Experimenten gleich ist. Auch der Tastsinn sei nicht beeinflusst gewesen. «Ob Schrumpelfinger überhaupt von Vorteil sind, ist fraglich. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Schrumpelfinger eher ein Nebeneffekt der Gefäßverengung sind», so Haseleu. Die Rillen oder Schrumpeln an den Fingern entstehen, weil sich die feinen Blutgefäße in den Händen verengen und sich die Haut dabei nach innen zieht. (ke)

 

doi: 10.1371/journal.pone.0084949

 

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09.01.2014 l PZ

Foto: Fotolia/S.White