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Schrumpelfinger haben einen Sinn

 

Beim langen Baden in der Wanne oder im Schwimmbad werden die Finger schrumpelig. Welchen Sinn dieses Phänomen hat, haben nun britische Forscher aufgeklärt: Mit schrumpeligen Fingern lassen sich nasse Gegenstände besser greifen. Dies könnte einen evolutionären Vorteil beim Sammeln von Nahrung in Gewässern geboten haben, schreiben die Forscher um Kyriacos Kareklas von der Newcastle University im Fachjournal «Biology Letters».

 

Früher hatte man angenommen, dass die Haut durch Eindringen von Wasser schrumpelig wird. Doch schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass es sich um einen aktiven Prozess handelt. Daher muss er auch einen Sinn haben. Diesem spürten Kareklas und sein Team nach. Sie ließen Testpersonen entweder mit normalen Fingern oder mit faltigen Fingern, die eine halbe Stunde in warmem Wasser gebadet worden waren, Murmeln verschiedener Größe greifen und in ein Gefäß transportieren. Während sich die nassen Gegenstände mit den faltigen Fingern besser und schneller handhaben ließen als mit normalen Fingern, spielte dies bei trockenen Objekten keine Rolle.

 

Die Ergebnisse ließen den Schluss zu, dass die Falten zu einem besseren Griff führen. Dies werfe die Frage auf, warum der Mensch nicht ständig faltige Finger habe, schreiben die Autoren. Das könnte sich aber störend auf die Sensitivität der Fingerspitzen auswirken und eventuell zu einer höheren Verletzungsgefahr durch Einreißen der Hautoberfläche führen. (ch)

 

doi: 10.1098/rsbl.2012.0999

 

10.01.2013 l PZ

Foto: Fotolia/emde71