Brustkrebstherapie: Erfolge mit T-DM1-Konjugat |

Das neue Wirkstoff-Antikörper-Konjugat Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) sei ein «Durchbruch in der Therapie» für Frauen mit HER2-positivem fortgeschrittenem Brustkrebs. Das teilte Professor Dr. Nadia Harbeck vom Brustzentrum der Universität München bei einer Pressekonferenz von Roche Pharma in München mit. Sie bezog sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie EMILIA. Rund 990 vorbehandelte Frauen mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom erhielten entweder alle drei Wochen das Konjugat T-DM1 (Kadcyla®) oder die Standardtherapie mit Lapatinib und Capecitabin. Die Behandlung mit T-DM1 verlängerte sowohl das Gesamtüberleben um etwa sechs Monate (von 25 auf 31 Monate) als auch das progressionsfreie Überleben (PFS) um etwa drei Monate (von 6,4 auf 9,6 Monate).
Die Rate an unerwünschten Ereignissen war in beiden Gruppen hoch. Mehr als 10 Prozent der Frauen brachen die Chemotherapie wegen Nebenwirkungen ab; in der Antikörper-Gruppe waren es knapp 6 Prozent. Während Diarrhö und Hand-Fuß-Syndrom unter der Chemotherapie die häufigsten Nebenwirkungen waren, fiel der Anstieg von Transaminasen unter Trastuzumab-Emtansin auf.
Dass das Konjugat auch in der Drittlinientherapie wirksam ist, zeigte Harbeck anhand der offenen Phase-III-Studie TH3RESA. Mehr als 600 Frauen erhielten entweder das Konjugat oder eine vom Arzt gewählte Therapie. Diese enthielt bei 80 Prozent der Frauen Trastuzumab. Auch hier war das PFS bei Frauen in der Konjugatgruppe länger und die Ansprechrate höher.
«Alle Patientinnen profitieren von der Therapie mit dem Konjugat», betonte die Brustkrebs-Expertin. Dies gelte von der Erst- bis zur Drittlinientherapie und unabhängig vom Hormonstatus des Tumors. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate könnten die Tumortherapie revolutionieren, meinte Harbeck, da die systemische Toxizität der Wirkstoffe deutlich geringer ist.
Laut Fachinformation ist Kadcyla als Einzelsubstanz bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs vorgesehen, die zuvor Trastuzumab (Herceptin®) und ein Taxan einzeln oder in Kombination erhalten haben. Die empfohlene Dosis beträgt 3,6 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion alle drei Wochen. (bmg)
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09.12.2013 l PZ
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